Less noise, more conversation.
Less noise, more conversation.

Kunst & Kultur

Es war eine Zeit der Utopien. Christen unterschiedlicher Konfessionen träumten nicht nur von freundschaftlicher Annäherung, sondern von tatsächlicher Einheit. Und sie bauten diese Einheit, ja zementierten sie regelrecht. 50 Jahre später ist gebaute Ökumene vielfach ein Fall für den Denkmalschutz.
Im römischen Reich wurden Gotteslästerer an den Galgen gebracht oder durch das Entzweischneiden ihrer Zunge an weiteren Sprechsünden gehindert. In unseren liberalen Gesellschaften erscheinen Blasphemieverbote dagegen als antiquiert. Verschiedene Staaten haben die betreffenden Gesetzesartikel gestrichen. Mich interessiert in diesem Beitrag die spezifisch christliche Dimension der Diskussion um Blasphemie, die Paradoxie der Schändung des Geschändeten.
Wenn Milliarden Blumenknospen im Übergang vom April in den Mai plötzlich aufspringen und das Gras fast über Nacht in dichten saftigen Büscheln zurückkehrt, öffnet sich da nicht ein Stück weit das Paradies? Wenn wir dem Romantiker Philipp Otto Runge folgen, ist das wirklich so.
Das Naturhistorische Museum Bern lädt unter dem Titel «Queer — Vielfalt ist unsere Natur» zu einer verwirrenden Expedition ins «Queerreich» ein. Es geht auch um die Frage, wie queer die Bibel ist. Viele werden überrascht sein, wie gross die Vielfalt der Geschlechter und sexuellen Ausrichtungen nicht nur bei Menschen, sondern gerade und besonders auch im Tierreich ist.  
Vor zwei Jahren brannte Notre-Dame de Paris. Der Wiederaufbau ist in Frankreich Staatsaufgabe. Wofür steht das steinerne Monument? Ist es mehr als ein Museum und Touristenhotspot? Handelt es sich um ein inklusives oder exkludierendes, konfessionelles oder postkonfessionelles, nationales oder internationales Symbol? Und kann sich um Monumente herum auch heute noch Gemeinschaft formieren?
Am Wochenende eröffnet in Zürich eine Ausstellung mit Werken von Gerhard Richter. Johanna hat im Traum ein Bild betreten. Wahrscheinlich war sie zu lange auf Kunstentzug...
«Das neue Evangelium» des Schweizer Regisseurs Milo Rau verschmilzt Passionsspiel, Flüchtlingsdrama und das schlechte Gewissen Bessergestellter. Der Zuschauer wird mit der Frage entlassen: Was tun?

RefLab regelmässig in deiner Mailbox