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Ausgeglaubt: Wir sollten unser Leben nicht Jesus übergeben

Stephan spricht sich gegen die Idee aus, man müsse »sein Leben Jesus übergeben« haben, um wirklich Christ zu sein. An der Formulierung selbst liegt auch Manuel nicht allzu viel, an der Sache aber schon: Für ihn ist die Umkehr zu Gott und die Hingabe in der Nachfolge von Jesus ein fundamentaler Aspekt des Christenlebens. Aber natürlich gibt’s auch Probleme damit. Die Vorstellung zum Beispiel, der Glaube wäre dem Menschen so einfach verfügbar. Oder das Missverständnis, dass der Glaube an einem datierbaren Bekehrungsmoment hängt und nicht an einer Geschichte, die Gott mit Menschen schreibt… Die Positionen von Manuel und Stephan nähern sich in diesem Gespräch an, auch wenn sie bis zum Schluss nicht ganz übereinstimmen wollen.

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15 Kommentare zu „Ausgeglaubt: Wir sollten unser Leben nicht Jesus übergeben“

  1. Vielen Dank für das anregende Gespräch. Als Mensch mit Chrischona Tradition habe ich auch meine Erfahrung gemacht mit dem „Leben Jesus übergeben“. Manche solche Veranstaltungen habe ich auch schon überschrieben mit „Sportpalast in Berlin“ also hoch anfällig für Manipulation. Was aber mich interessieren würde ist eure Sicht über „Ist Gottes Liebe (Wahl) zurückweisbar oder nicht?“ Endet die Macht seiner Liebe an meinem Nein oder überwindet Gottes Liebe meine Weigerung sie für mich gelten zu lassen? Ist Gott nicht allmächtig oder ist er ein Tyrann? (Böse gesprochen) Das sehe ich Eure Positionen nicht beieinander. Grüße Albrecht Wörz

  2. Danke für diese Folge! Ich glaube die Frage nach der Lebensübergabe bzw. des Herrschaftswechsels über das eigene Leben ist auch eine Frage der Perspektive. Meinem Empfinden nach wird dieser Moment der Lebensentscheidung v.a. aus der sog. Ewigkeitsperspektive gesehen – also vom Ende her. Deswegen wird die Frage als so entscheidend wichtig für das Leben eines Christen angesehen: Bist du jetzt errettet oder bist du nicht errettet? Ist Jesus dein Herr oder nicht? Kommst du in den Himmel oder in die Hölle? Steht dein Name im Buch des Lebens oder nicht? Dann freut sich eine Gemeinde ungemein, weil wieder eine verlorene Seele gerettet wurde.
    Würde man dieses Thema eher vom Anfang her sehen – als Start von etwas Neuem, als ein „Ich mache mich ab jetzt bewusst(!) auf den Weg…“ – ergibt das für mich viel mehr Sinn. Wir sind alle auf dem Weg. Dann hat das auch mehr von einem dynamischen Prozess mit guten und schlechten Tagen, als mit einer, im Vorfeld emotional aufgeladenen, einmaligen „Entscheidung“.
    Anstatt zwei imaginäre Spalten oder Listen zu haben von Erretteten und Verlorenen wäre es doch sinnvoller sich ein weites Feld vorzustellen wo Gott in der Mitte ist und sich einige Menschen mehr zu ihm hin orientieren und andere das vielleicht noch nicht bewusst tun. Was denkt ihr dazu?
    Ich habe die These, dass die Frage der „Lebensübergabe“ ganz eng mit unserem Missionsverständnis oder der Art und Weise wie wir evangelisieren zu tun hat.

    Viele Grüße und macht weiter so!
    Ich freue mich auf spannende weitere Folgen 🙂

    1. Stephan Juette

      Herzlichen Dank!
      Ich finde das Bild mit Gott als Mitte sehr gut. Persönlich glaube ich nicht daran, dass „Lebensübergabe“ und errettet werden kausal zusammenhängen. Ich sehe die „Bekehrung“ als eine menschliche Form, das eigene Heilsein zu erhoffen und zu glauben.
      Lieber Gruss!

  3. Witziger und tiefgründiger Talk. Schön, wie ihr einander zuhört.
    Sehe das richtig, dass ihr einander mit einer perfekt entspiegelten Plexiglaswand vor Corona schützt oder geht es darum euer Leben möglichst schnell ganz zu übergeben…? 😉 Ihr habt auch eine Vorbildwirkung.

    1. Stephan Juette

      Lieber Christian,
      stimmt, da müssen wir uns jetzt was überlegen. Und auch, ob wir überhaupt noch im Studio aufnehmen können. Crazy Times…

  4. Ein echt spannendes Thema! Ich werfe mal noch einen Begriff in die Runde: Wie haltet ihr’s mit der „Wiedergeburt“? 🙂 – In Anlehnung an die Aussage Jesu, dass, wer nicht „von Neuem geboren“ ist, das Reich Gottes nicht sehen kann. Bin gespannt auf eure Gedanken dazu!

  5. Wie immer ein spannender Austausch! Meines Erachtens müsste es ein ausgesprochen „kleiner“ Gott sein, der wünscht, dass Menschen sich ihm ausliefern. Nach dem Gespräch bleibt für mich jedoch die Frage ungeklärt, bis zu welchem Grade es an uns liegt, Gottes ausgestreckte Hand ergreifen zu können.

    1. Stephan Juette

      Lieber Jean-Marc! Ja, das ist die eigentlich interessante Frage. Ich habe versucht zu erklären, dass ich dieses „Ergreifen“ nicht als einmaligen Entscheid, sondern als ein sich einleben in eine Lebensform, die mit Gottes Gegenwart rechnet, verstehe. Aber was bedeutet dies für die Möglichkeit, das auch zu können? Ich neige dazu, diesen Teil als „Gabe“ zu interpretieren. Was denkst du?

      1. … Angesichts individuell sehr unterschiedlicher Voraussetzungen und Biographien scheint mir unser Vermögen, eigenverantwortlich eine Beziehung mit Gott einzugehen, eingeschränkt zu sein, also eher im Sinne einer „Gabe“. Gleichzeitig wäre die Schöpfung ohne einen gewissen Entscheidungsspielraum aber auch irgendwie absurd…

  6. Vielen Dank für eure Auseinandersetzung mit meiner Frage 🙂 … hab mich natürlich geehrt gefühlt, dass ihr damit den Start in die neue Staffel gemacht habt und habe mich sehr gut in der differenzierten Diskussion von euch beiden wieder gefunden. Toll gemacht! Und freue mich auf die weiteren Folgen.

  7. Tolle Folge und danke für eure Arbeit!

    Ist die Lebensübergabe an Jesus nicht der Moment, wo man erkennt, dass das uns geschenkte Leben nicht uns gehört?

    Umkehr, Taufe, Wiedergeburt, e.c.t

    LG und weiter so!
    Christian

    1. …Komplettierung meines Kommentars. 😉
      Umkehr, Taufe, Wiedergeburt, e.c.t wären noch Themen wo mich interessieren würde was ihr darüber denkt!

      LG

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