Heute ist es ein gutes Mittel gegen übermäßigen Handy-Konsum und die Anstrengungen der alltäglichen Unruhe. Es ist eine ganz einfache Tätigkeit, zugleich aber kann man Stricken als Ausdruck einer modernen Lebenskunst verstehen.
Sie setzt sich ab von Arbeitsstress und Konsumgier, genießt ein ruhiges Tun, hat gar nichts gegen viele Wiederholungen einzuwenden, teilt diese Freude mit anderen und ist dabei ganz bei sich. So ist Stricken das Symbol eines nicht mehr entfremdeten Lebens. Man kann sich sogar fragen, ob im Stricken nicht auch ein spirituelles Element steckt.
Eine dazu passende Podcastfolge mit Johanna Di Blasi und Magdalene Frettlöh: Nähkästchen Geplauder mit Magdalene Frettlöh






1 Kommentar zu „Philine Claussen: Stricken als Lebenskunst“
Mega cooles Thema! Ich habe viele Jahre als Hospiz Seelsorgerin gearbeitet und habe bei Gesprächen und Patientenbesuchen oft meine Strickarbeit herausgeholt.
Denn ich habe gemerkt, dass die Menschen sich schnell entspannen und bereitwilliger von ihren Ängsten erzählten. Der Augenkontakt ist dabei nicht so direkt, was als weniger ‚ausgestellt‘ und weniger einengend wahrgenommen wird. Stricken hat den PatientInnen und auch mir Türen geöffnet, die wohl sonst verschlossen geblieben wären.