Sie fragen sich, ob KI tatsächlich ein nützliches Werkzeug sein kann oder ob es in Wahrheit in System ist, das sich nicht mehr entwaffnen lässt.
Dafür, Angst zu haben vor der rasanten Entwicklung, finden sie gute Gründe. Und zugleich wissen sie, dass es nicht hilft, bei den Ängsten stehen zu bleiben. Wie also lässt sich das biblische Fürchtet-euch-nicht, das nie Beschwichtigung ist, sondern als Zuspruch die Menschen zum Guten bewegen will, mit Blick auf KI mit Leben füllen?
Weiterführende Links:
FORUM – Wie sich die KI «entwaffnen» lässt
reformiert. – Papst warnt vor künstlicher Intelligenz
Deutschlandfunk – Mit der roten Pille zur Macht






4 Kommentare zu „Wer hat Angst vor künstlicher Intelligenz?“
Danke, dass ihr euch in diesem informativen Beitrag dem Thema KI aus theologischer Sicht annehmt und zumindest am Anfang der Sendung den Versuch unternehmt, das Phänomen in der Tiefe zu verstehen. Ich fand insbesondere die Fragestellung, was denn Kreativität im engeren Sinn ist, und ob die KI dem genügt sehr interessant. Genau um das scheint es mir zu gehen.
Eigentlich würde ich von der Theologie erwarten, dass sie die Autorität ist in Themen wie Kreativität und Schöpfung. Wenn es jetzt aber um die künstliche Intelligenz geht werde ich den Eindruck nicht los, dass wir Technologen ein besseres Verständnis für die schöpferische Kraft von Worten, von (Programmier-)Sprache, vom Scheitern und Schaffen haben und somit letztlich auch mehr Gespühr und Offenheit für den fortlaufenden Schöpfungsdialog, in dem wir uns alle befinden. Das ist eigentlich nicht gut. Die Theologie müsste doch das Phänomen der künstlichen Intelligenz von innen heraus verstehen und somit ihre Möglichkeiten und Grenzen aufzeigen und uns alle in ein tieferes, umfassenderes Verständnis führen. Das nehme ich leider nicht so wahr. Ihr zum Beispiel verfallt im zweiten Teil des Beitrags in die alten dumpfen Technologie-Feindbilder.
Somit ist also die Theologie gefordert. Bis dahin bleibt (nehmt es mir nicht zu fest übel): wir Informatiker sind die besseren (Schöpfungs-)Theologen.
Liebe Grüsse
Christoph
Lieber Christoph
Vielen Dank für deine wertvolle Rückmeldung.
Du hast wohl recht, wenn du uns (und da bin wohl insbesondere ich gemeint) undifferenzierte oder zumindest einseitig zugespitzte Kritik vorwirfst. Dumpfe Technologie-Feindbilder möchte ich natürlich nicht bedienen. Aber gibt es nicht gute Gründe, in helle Angst versetzt zu werden angesichts der gigantischen Abhängigkeiten und Umwälzungen, die auf uns zukommen?
Stimmt: Es geht darum, KI von innen heraus zu verstehen. Das gilt für mich aber nicht nur für technische und schöpferische Prozesse. Es gilt auch um Interessen, Machtkonzentration, Ideologie.
Natürlich dürfen wir bei der Angst nicht stehen bleiben, aber sie kann auch aufmerksam machen. So verstehe ich jedenfalls meine Skepsis, die im Gespräch tatsächlich viel Raum, vielleicht auch zu viel Raum einnimmt.
In diesem Sinne: Fortsetzung folgt!
Liebe Grüße, Felix
Die Technologen haben es wahrscheinlich von Natur schon „im Blut“ Dinge zu sortieren und definieren während „sowohl als auch“ im binären Denken eher zum Problem als zur Lösung gehört. Dagegen tut man sich in der Theologie mit absoluten Aussagen von Natur aus schwer. Vielleicht sind die Technologen einfach nur kreativer beim definieren weil man hier mal jenseitsvon 1oder 0, wahr oder unwahr, richtig oder falsch denken darf. 🙂
Lieber Felix
Du hast völlig Recht, dass wir vor Gefahren und Abhängigkeiten nicht die Augen verschliessen dürfen. Diese sind real. Da sind wir uns einig. Ich meine nur, dass man ein Phänomen nicht versteht, wenn man sich auf seine negativen Auswirkungen fokussiert. Diesbezüglich fühle ich mich von Theologen und Theologinnen immer wieder mal ‚angep…‘.
Meinen wenigen Errungenschaften im IT-Bereich, die in einem strengeren Sinn kreativ-schöpferisch waren, ging oft eine Phase des Scheiterns und der Beklemmnis voraus. Darin die Stimme Gottes zu vernehmen hat nicht nur die Wirkung, dass ich mich getragen fühle, sondern dass ich in dieser Stimme auch das Wesen seiner Schöpfung erahnen kann, welche eine dialogische Struktur hat. So ist dann Kreativität überhaupt möglich, vor allem in einem Bereich wie der IT, in welcher die Kreativität sich ja durch (Programmier-)Sprache ausdrückt. So meine ich es verstanden und erfahren zu haben.
Es gibt also neben den unerfreulichen sehr wohl aufbauende und verheissungsvolle Aspekte und so warte ich voller Freude auf eure versprochene Fortsetzung 😉
Beste Grüsse
Christoph