In der letzten Folge vor der Sommerpause fragen wir, warum religiöse Symbole heute gleichzeitig als harmlos und als gefährlich wahrgenommen werden. Für die einen ist das Gebet öffentliche Frömmigkeit, die in einer modernen Gesellschaft nichts verloren hat. Für die anderen ein ermutigendes Zeichen gegen den Bedeutungsverlust des Christentums.
Ist öffentlich gelebter Glaube ein Problem für die offene Gesellschaft oder gerade Ausdruck ihrer Freiheit? Warum wird evangelikales Christentum oft als politische Bedrohung diskutiert, obwohl die Säkularisierung ungebrochen voranschreitet? Und wem gehört eigentlich die Öffentlichkeit: nur den säkularen Stimmen oder auch den religiösen?
Wir sprechen über Religionsfreiheit, kulturelle Fremdheitsgefühle, die Rolle von Migration für das Christentum in Europa und über die Frage, ob die eigentliche Gefahr vielleicht weniger im öffentlichen Beten liegt als in der politischen Instrumentalisierung von Religion. Und natürlich landen wir am Ende bei Jesus selbst, der erstaunlich skeptisch gegenüber jeder Form religiöser Selbstdarstellung war.
Im Stossgebet leidet Manu heldenhaft und nicht ganz ohne Selbstmitleid unter den Zumutungen des Hochsommers. Im Halleluja berichtet Stephan von einigen Tagen in Warschau und seiner spontanen Liebe zu einer Stadt, die ihn völlig unerwartet begeistert hat.
«Ausgeglaubt» macht Sommerferien
Mit dieser Folge verabschieden wir uns in die Sommerpause. «Ausgeglaubt» macht Ferien und kehrt am 12. August mit neuen Gesprächen zurück. Bis dahin wünschen wir euch einen schönen Sommer, gute Begegnungen und genügend Gründe zum Staunen.






2 Kommentare zu „Jesus auf dem Spielfeld: Wem gehört die Öffentlichkeit?“
Tolle Folge, anregend.
Danke für eure ausführliche Analyse – das hat mir geholfen, das Thema etwas differenzierter zu betrachten!
Ich persönlich hatte mich zunächst sehr über das Gebet gefreut und es mit Freunden und Bekannten als genau dieses Zeichen des Zusammenhalts geteilt, sowie als Statement dass es etwas größeres gibt, als einen Sieg bei der WM!
Und dann hatte ich doch ganz stark das Bedürfnis mich zu distanzieren von den persönlichen Meinungen mit denen Nmecha zumindest in den Medien war (was ich zuvor nicht wusste…)
Ich wollte mich damit nicht nach außen hin solidarisieren.
Und es waren leider nicht die allgemeinen Einstellungen der Evangelikalen (oder Katholiken etc.), sondern Nmechas ganz persönliche Statements. Das muss man in meiner Ansicht unterscheiden.
Ich war sehr traurig, dass es leider wieder mal so ist, dass Menschen die Glauben in (meiner Ansicht nach) sehr schöner, positiver Weise nach außen tragen, doch wieder für so konservative Inhalte stehen.
Ich hätte mich nur zu gern vollen Herzens für solche Gebete ausgesprochen.
Aber die Brisanz der Themen wie Diskrimierung von Queeren etc, die sehr wohl auch bei uns in manchen Milieus wieder stark zunimmt, hat es mir leider unmöglich gemacht.
Danke euch fürs Thematisieren!