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Ist Religion (nur) ein Mythos?

Gott ist für die einen eine Märchenfigur, die manchen hilft, weniger traurig zu sein, ihre Macht durchzusetzen oder die Augen vor der Wirklichkeit zu verschliessen. Für andere ist Gott derjenige, der sich in der ganzen Welt zu erkennen gibt, wenn man hinschaut und zuhört und manche finden, dass er sich den Propheten offenbart hat und in Jesus Mensch geworden ist.

Aber was bleibt vom Glauben übrig, wenn man seine eigene Religion als Mythos versteht? Darüber sprechen Manu & Stephan in dieser Folge mit Andreas Kessler. Er ist Kirchengeschichtler, Religionsdidaktiker und vor allem ein wacher Geist, den religiöse Fragestellungen bewegen und der selbst äusserst sprachfähig von Glaube, Gott und Religion reden kann. Davon zeugen viele seiner poetischen Texte und seiner Poetry-Slam-Beiträge.

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6 Kommentare zu „Ist Religion (nur) ein Mythos?“

  1. Irene Girardet

    Hallo Manu und Stephan, mit grossem Interesse habe ich euren Mythos-Beitrag gehört, vor allem die Geschichte mit Jesus. Dabei habt ihr ziemlich lange euch damit auseinandergesetzt, wie aus dem realen Leben dieses Wanderpredigers und seinem realen Tod am Kreuz (das alles ist für euch “Euphrat und Tigris”, um die von euch eingeführte Metapher zu gebrauchen) der “Auferstehungsmythos” entstehen konnte, wobei das vor allem ein Problem von Stephan ist, weil ja Manu auch bei der Auferstehung von “äusseren” Ereignissen ausgeht. Für mich ist schon das Leben Jesu und sein Tod nicht “Euphrat und Tigris”, sondern ein historisierter Mythos. Ich bin ziemlich erstaunt, wie selbst hartgesottene Skeptiker wie der von euch eingeladene Andreas Kessler immer noch selbstverständlich von der historischen Wirklichkeit der Jesus-Erzählung ausgehen. Dabei gibt es für den Tod Jesu so gut wie keine tragfähigen historischen Zeugnisse, geschweige denn für seine Geburt.

    1. Manuel Schmid

      Danke Irene für die ermutigende und kritische Rückmeldung! Im Blick auf den historischen Gehalt der Jesusüberlieferungen würde ich dir aber natürlich leidenschaftlich widersprechen. Es gibt meines Wissens keinen ernstzunehmenden Historiker mehr, der noch daran zweifelt, dass Jesus gelebt, in Galiläa und Judäa als Wanderprediger umhergezogen, eine Nachfolgerschaft gewonnen und von den Römern hingerichtet wurde. Dass daran kein Zweifel besteht, liegt an der historischen Quellenlage. Das Leben Jesu ist das mit Abstand bestbezeugte «Ereignis» der Antike, und die Tatsache, dass die Jesusgeschichten von seinen Nachfolgern festgehalten (und damit natürlich auch geprägt, geformt, in ein Narrativ eingepasst) wurden, tun der grundsätzlichen Verlässlichkeit keinen Abbruch (immerhin gilt das ja auch für sämtliche anderen antiken Zeugnisse – Historiographie ist immer interessegeleitet).

      1. Irene Girardet

        Lieber Manu, danke für deine Antwort. Für mich “verheben” die äusserst spärlichen Zeugnisse über Jesus (die christlichen Schriften ausgenommen) nicht für den Beweis, dass Jesus wirklich gelebt hat. Die wenigen Quellen, die es gibt, sind nicht klar zu deuten (ist da wirklich von Jesus die Rede?) oder stellen sich bei näherem Hinsehen als spätere Fälschungen heraus (z.B. was bei Josephus über Jesus zu lesen ist). Darum rechne ich nicht mit Jesus als historischer Figur. Das Spannende an der Frage für mich aber ist: Ist ein historischer Jesus die Bedingung für den christlichen Glauben oder könnten wir auch damit leben, wenn es sich herausstellt, dass er “nur” ein mythische Figur ist?

  2. Lieber Manu!

    Danke für deine Zurückhaltung und deine Geduld mit den beiden. 😉

    Mit lieben Grüssen
    Christian

    p.s. Danke euch dreien für diese Folge! Eine der besten und interessantesten.
    Die Länge mit 1Std.15min finde ich sehr gut. Solche Themen brauchen Zeit.

  3. Alex aus Cloppenburg

    Lieber Stephan,
    deine Gedanken zu der Trinitäts-Vorstellung haben auch meinen Schädel rauchen lassen. Dennoch könnt ihr nach diesem Podcast eigentlich nicht anders, als dieses Modell mit dem Hoch-Tief, der Fläche und der Dichte in einer „Bonusfolge“ zur Dreifaltigkeit noch mal aufzugreifen. Was sind Manus und deine Vorstellungen vom dreieinigen Gott? Da muss mehr Fleisch dran!
    Danke und liebe Grüße aus Niedersachsen

  4. Roland Portmann

    Super podcast! Danke für diese inspirierende Diskussion: hab‘ wieder einiges gelernt! Weiter so!
    Gruss
    Roland

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