Die Berge hängen im Nebel.
Hinter der bleichen Wand
liegen die Felsen verschwommen.
Die Wiesen führen tief ins Grau.
Die Welt verschwindet.
//
Es heißt, man solle stehen bleiben,
sich setzen und warten.
Zu gefährlich das, was man nicht sieht.
Ich betrachte meine Füße,
die mich bis hierhin gebracht haben.
Ein kleines Rinnsal findet zwischen ihnen seinen Weg.
Auch die Vögel sind verstummt.
Ich drehe mich zu allen Seiten um
und sehe nichts.
Nur das Bächlein läuft weiter seinen Weg
durch den Nebel
hinunter ins Tal.
//
Ich könnte dem Wasser folgen.
Es kennt den kürzesten Weg
und findet immer zurück ins Meer.
Doch ich fließe nicht bergab
und muss darauf vertrauen,
dass der Nebel über die Berge zieht
und mein Weg ein anderer ist.
Also schließe ich die Augen,
atme ein und atme aus,
spüre den feuchten Schleier
auf meiner Haut,
und staune über die Zärtlichkeit Gottes,
die mich hält.
Zum Thema Naturspiritualität hat unsere Autorin Johanna di Blasi geschrieben: Naturpsiritualität – 7 Missverständnisse
Jan Simowitsch schreibt nicht nur und reist über die Faröer Inseln, er macht auch Musik. Mehr von ihm findet ihr auf seiner Website: Jan Simowitsch

