Zuerst geht es um Rita Famos selbst: Wie führte ihr Weg als Pfarrerin und Seelsorgerin an die Spitze der EKS? Ist sie so etwas wie die Bischöfin der Schweizer Reformierten? Und was bedeutet es, als Frau in einer lange von Männern geprägten Kirche Leitung zu übernehmen?
Ihr Buch «Leadership. Weibliche Perspektiven» (2026) gibt Anlass, über die Frauen-Kirche-Bewegung und überhaupt eine Geschichte der Transformation zu sprechen, auf welche die reformierte Kirche stolz sein kann. Denn die Kirche hat sich gerade nicht einem veränderten Zeitgeist angepasst; teilweise ging sie ihm voraus und hat ihn zumindest ein wenig mitgeprägt.
Zugleich formulieren wir im Podcast auch kritische Fragen, die Menschen zur Kirche haben. Hat die reformierte Kirche ihre Mission aus dem Blick verloren, weil sie vor allem gesellschaftlich relevant sein will? Muss sie nicht neu lernen, Glauben und Spiritualität der Mitglieder nicht nur vorauszusetzen, sondern anzuregen und zu fördern?
Oft behauptet wird auch: die Kirche ist zu politisch. Statt in Glaubensfragen deutliche Impulse zu setzen und in der Politik die Vielfalt der Mitglieder und ihrer Überzeugungen zu respektieren, mache die Kirche es scheinbar umgekehrt; sie bekenne Farbe in politischen Debatten – und betont Vielfalt in Glaubensüberzeugungen. Rita Famos kann solche Kritik verstehen und betont zugleich: Wir geben als Kirche nie politische Positionen vor. Wir melden uns zu Wort mit Kritik, mit Argumenten und Abwägungen, nicht um zu bevormunden, sondern um zur Auseinandersetzung und zum mündigen Urteilen zu ermutigen.
Kritik und Auseinandersetzung braucht die Kirche auch mit ihrer eigenen Geschichte. Rita Famos erzählt von ihrer eigenen Entdeckung, dass Reformierten Kirche heute Verantwortung für sexualisierte Gewalt in ihrer Geschichte übernehmen muss.
Am Ende kehren Andi und Thorsten zur Ausgangsfrage zurück: Wer sind wir als Kirche, jetzt schon und auch in Zukunft? Mit Rita Famos suchen sie nach einer Vision für eine Kirche, die nur quantitativ kleiner wird – und ihre wahre Grösse auch in anderer und neuer Gestalt zeigen kann.
Zur Präsidentin insgesamt siehe hier: Präsidentin | Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz
Vernetzungstagung der Kirchenstände der Evangelisch-reformierten Kirche Schaffhausen






1 Kommentar zu „Rita Famos: Kirche, was willst Du mal werden, wenn Du klein bist?“
Die reformierte Kirche hält sich seit 500 Jahren mit der sogenannten Rechtfertigungslehre des Reformators Martin Luther und seiner Behauptung ein Christ sei Sünder und Gerechter zugleich nicht an Jesus Christus Lehren und sein Evangelium vom Reich Gottes, dessen segensreiche Ausbreitung bedingt, dass einstige Sünder sich bleibend zu Gerechten bekehren (dies durch gelebte Nächstenliebe, gegenseitige Wertschätzung und nurmehr Guten Werken erkennen lassen) Zum Ablegen bisheriger allfälliger Bosheit, Neid, Eifersucht, Hass etc. rufen nämlich auch alle Jünger Jesu und insbesondere Apostel Paulus auf. Sie alle werben für den inneren Weg zu nurmehr gelebter Liebe zu Gott dem Nächsten und sich, wie sie von Jesus Christus gelernt und sich zu eigen machten. Es täte m.E nicht nur der reformierten Kirche gut, sich wieder darauf zu besinnen was in der damaligen Gemeinde Gottes als christliches Glaubenslehre gelehrt und gelebt wurde. (u.a Kol 3,8-17, Gal 5.19-25 etc) Damals gab es noch keine antichristliche Kirchendogmatik.(Erbsünde Trinität sog Sühneopfertheologie z.B ohne Kreuzigung Jesus gäbe es keine Sünden-Vergebung gottseits) Jünger Johannes erklärte den Weg zu inniger Gottverbundenheit mit einfachen zielorientierten Worten 1 Joh 4,16 Gott ist Liebe und wer in der Liebe bleibt bleibt in Gott und Gott in solchen.Sie alle hätten m.E mehr als verdient, dass ihr nicht ungefährliches lobenswertes Engagement für mehr gelebte Barmherzigkeit und wachsende gegenseitig gelebte Wertschätzung (für Realisation Reiches Gottes dem Himmlischen Vater) kirchenseits wieder mehr gewürdigt …und als Grundlage christlichen Glaubensleben erklärt wird.