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Wir verzwergen die Piusbrüder

Höchste Zeit, diese Bewegung, die rund 600 000 Mitglieder hat, wieder auf ihre eigentliche Kleinheit innerhalb der Kirche zu relativieren.

Gleichzeitig ist die Priesterbruderschaft St. Pius X., wie sie offiziell heisst, nicht bedeutungslos: Ihre antimodernistische Grundhaltung, die Demokratiefeindlichkeit und der Antijudaismus bringen rechtsextreme, neofaschistische und ultranationalistische Kräfte zusammen, die auch politische Interessen verfolgen.

Felix und Veronika analysieren die Hintergründe, sprechen über strukturelle Unterschiede zwischen katholischer und evangelischer Kirchentradition, die sich auf den Umgang mit extremen Gruppierungen auswirken – und stellen die Frage nach den Grenzen von Toleranz.

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1 Kommentar zu „Wir verzwergen die Piusbrüder“

  1. Hallo zusammen

    Ihr seht (meines Erachtens zurecht) zum Anfang die ideologische Verhärtung und Polarisierung als Ursache für den Zusammenprall von Piusbrüdern und Vatikan. In der ganzen Sendung offenbart ihr dann aber immer mehr eure eigene Polarisiertheit: da sind die erzkonservativen Piusbrüder mit einer gefährlichen Ideologie auf der einen Seite und ihr beide dann als moderne, aufgeschlossene, tolerante Menschen auf der anderen Seite.

    Ihr erwähnt ja dann auch, dass ihr gewisse Einstellungen (Homophobie etc.) in eurer Kirche nicht tolerieren würdet und in diesen Fällen für eine Trennung wärt – seid also auch Spaltungsbefürworter, habt also die gleiche ideologisch absolute Haltung. Wenn Felix das dann selber einsieht und sich aber abgrenzt, indem er sagt, er würde diese Ansichten verurteilen, nicht aber die Menschen dahinter, dann wird mir echt schlecht. Exakt genau gleich argumentieren traditionelle Freikirchen/Katholiken: sie verurteilen die Homosexualität, nicht aber die Homosexuellen. Selbstverständlich lässt sich das aber nicht trennen und es wird immer der Mensch verurteilt, wenn man seine intimen Neigungen und Ansichten verurteilt.

    Ich finde, es gibt in Sachen Argumentation und Polarisiertheit eine grosse Nähe zwischen euch beiden und den Piusbrüdern, wenn auch teilweise mit umgekehrten Vorzeichen. Der grosse Unterschied: die Piusbrüder bewegen sich ausserhalb des öffentlichen Diskurses, ihr prägt ihn mit. Das hat Konsequenzen.

    Mit etwas nachdenklichem Gruss
    Christoph

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