Diese Folge von Ausgeglaubt startet, wie es sich gehört: mit einem kleinen Desaster und einer grossen Ermutigung: Als «Stossgebet der Woche» schildert Stephan, wie er kurz vor Beginn der Kirchensynode beherzt in seine Jackentasche greift – und mit den Fingern mitten in der klebrigen Liquid-Sosse seiner E-Zigarette landet.
Das «Hallelujah der Woche» kommt dann von Manuel, der zwei ermutigende Speaking-Engagements in freikirchlichen Kontexten hinter sich hat, wo er auf offene, differenzierte, neugierige Menschen getroffen ist – ein wohltuender Kontrast zu den schrillen evangelikalen Social-Media-Stimmen und amerikanischen Kulturkämpfern.
Diese Begegnungen öffnen den Raum für eine grundsätzliche Frage: Wie blicken Christinnen und Christen eigentlich auf die Welt?
Für manche prägt eine misstrauische, ängstliche Haltung den Blick: Alles ausserhalb kirchlicher Räume scheint potenziell gefährlich, voll von Versuchungen und Einflüssen, die einen vom Glauben abbringen könnten – ob Fantasyromane, Heavy Metal, Halloween oder moderne Popkultur.
Dem gegenüber steht eine ganz andere Perspektive, die Manuel bei Paulus entdeckt: eine gelassene Zuversicht, dass Gottes Wirken sich überall zeigen kann – in Kunst und Gedanken, in Geschichten, Musik und in der Begegnung mit Menschen. Statt vor der Welt zurückzuschrecken, sieht diese Haltung die Schöpfung als durchdrungen von göttlicher Schönheit und Wahrheit und lädt dazu ein, sie neugierig zu erkunden.
Doch wie bleibt man offen für das Gute, ohne blind für das Schädliche zu sein? Manuel und Stephan diskutieren, wie man neugierig und weltzugewandt leben kann, ohne seine Urteilsfähigkeit zu verlieren – und warum Christen keine Angst davor haben müssen, die Welt zu entdecken.




2 Gedanken zu „Neugier statt Nabelschau: Keine Angst vor der Welt!“
Ich habe euch vermisst. Diese Folge war exzellent – neugierig sein, Gott kann überall drinstecken. Die Frage stellt sich, ob dieser Inklusivismus nicht noch stärker ausgeführt werden müsste, damit er nicht herrschend und allwissend wirkt. Im Sinne von: In den anderen Religionen und Weltanschauungen ist auch unser Gottesbild enthalten – was jedoch insinuieren kann, dass wir näher dran sind, mehr wissen und verstehen. Das wäre die andere Seite vom Pferd zu fallen. Ihr fragt nach Themen? Mich würde eine philosophische Reihe sehr interessieren (auch weil Mindmaps schon länger pausiert und manchmal zu einseitig wirkte. Ihr beide habt eine gute dialektische Spannung…).
Danke für diesen gelungenen Beitrag. Ich höre eure Podcasts seit einiger Zeit immer wieder gerne. Ich finde eure Gespräche sehr erfrischend. Und dass ihr nicht immer gleicher Meinung seid, macht das Ganze authentisch.
In dieser Folge gab es aber eine Stelle, die mich aufhorchen liess. Ab Minute 26:30 sagte Manu, dass fundamentalistische und evangelikale Christen aus Angst vor der bösen Welt ihre Kinder in Christliche Schule stecken würden, wo sie dann nur chrisliche Bücher und christliche Musik zu hören bekommen. Dieses Bild ist fern von jeglicher Realität. In Christlichen Schulen werden die Kinder weder von der Welt abgeschottet noch hört man nur christliche Musik, um bei diesen genannten Themen zu bleiben. In allen Schulen hat es auch Kinder, die nicht aus einem chrsitlichem Elternhaus kommen. In einzelen Schulen bilden sie sogar die Mehrheit. Die Eltern, die ihre Kinder aus Angst vor der bösen Welt in eine christliche Schule stecken, bilden eine absolute Minderheit. Vielleicht ist es an der Zeit, sich mal vertiefter mit den Christlichen Schulen auseinanderzusetzen?