Dein digitales Lagerfeuer
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 Lesedauer: 2 Minuten

Leichtigkeit bleibt

Ich mag, dass du doch noch bleibst, Sommer. Es ist nämlich noch nicht so weit – es ist August, du hast noch Zeit.

Denn ich mag 25 Grad, die leichte Brise, im Sommerkleid auf grüner Wiese im Schatten und keine Termine. Dazu ein bisschen Wasser near by, ab und zu schwimmen, ich bin so frei, ein Eis hier, ein Smoothie dort, ein kleiner Flirt, ein keckes Wort. Sommer, ich mag deine Leichtigkeit.

Ich mag nicht mit Haut an Stühlen festkleben. Ich mag nicht in Körperfalten schwitzen, ich mag Hitze nur im Liegen oder Sitzen. Nicht beim Sport und nicht beim Spazieren. Ich geniesse den Sommer am liebsten gut gekühlt, beim Kaltgetränk schlürfen und sinnfreiem Fabulieren.

Ich mag Wasserspritzpistolen und Kinder, die durch Springbrunnen springen. Bis die Wasserfontänen ihre Kleider zum Tropfen bringen. Sie johlen und toben, sie wissen Bescheid.

gute alte Zeit

Ich mag die Erinnerung an die Zeit, in der wir Wasserbomben machten. Lachend krachten die gelb, grün, roten Feuchtigkeitsboten auf Rücken und Bein. „Vorsicht, hinter dir!“ Und die Bombe schlug ein.

Ich mochte die Fahrradausflüge, zu viert an den See. Wo wir einfach auf dem Steg lagen, an den ewig leuchtenden Tagen, gab es nichts zu sagen, nur schweigen und sein. Wir vier waren eins.

Oder die Tage am Strand mit dem Buch in der Hand. Ich mochte die Pommes an dem kleinen Pommesbudenstand, wo es auch Fischbrötchen gab und Sonnencreme und Bälle und alles was dem Menschen am Strand sonst noch so fehlen kann.

heute

mag ich meine Füsse in Planschbecken stecken, oder in Eimer, die sich unter Bürotischen bedeckt halten, um mit den unbeschuhten Füssen nicht unangenehm aufzufallen.

Ich mag den Luftzug im Kaufhaus, kurz hinter der Tür, wo kalte Luft raus braust. Da mag ich stehen und kurz pausieren. Bis ich mich wieder nach draussen trau‘, wo die Wärme mir als heisser Föhn entgegenweht.

Ich mag Rasenmäher-Geräusche, nur nicht als Rauschen in meiner Mittagspause. Und wenn mit dem lauen Wind der Zauber von frisch gemähtem Gras herüberzieht. Wie es dort so liegt, ganz friedlich verwebt sich ein jeder Halm mit seinem Nächsten, wie auf einer grossen Liegewiese im Freibad.

Ich mag wie der Sommer mal war. Und was geblieben ist, von seiner Leichtigkeit. Ich bin noch jung, mein Sommer ist noch nicht vorbei. Ich packe schon die Tasche, kommst du mit, bist du bereit?

 

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1 Gedanke zu „Leichtigkeit bleibt“

  1. “Leichtigkeit bleibt” – Ich mag die Wärme auch lieber, aber eine solche Hymne zu schreiben ist ziemlich …, weil die Überwindung der Leichtfertigkeit zu/in unseren das Bewusstsein beeinflussenden Gefühle eine Aufgabe zum Finden/Fusionieren gottgefälliger Wahrheit ist – Oberflächlichkeiten sind der Vernunftbegabung von Mensch …!?

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