Zuerst fragen sie nach der grundsätzlichen Bedeutung von Angst in der Geschichte und heute. Angst gehört zum Menschsein. Doch wovor wir uns fürchten, wie wir darüber sprechen und welche Ängste öffentlich Gehör finden, verändert sich. In den letzten Jahren sind in Europa Ängste, die als überwunden galten, zurückgekehrt. Etwa die Angst vor Krieg oder Seuchen. Zugleich entstehen neue, etwa angesichts rasanter technischer Entwicklungen oder der Klimakrise. Leben wir in einem neuen Zeitalter der Angst?
Mit Angst einen guten Umgang zu finden, ist eine Herausforderung für uns alle. Ängste lassen sich schüren und politisch bewirtschaften. Und das ist nicht zuletzt gegenwärtig eine erhebliche Herausforderung.
Trost für ein verunsichertes Volk
Danach dreht sich alles um den Vers der Jahreslosung. Er ist ursprünglich ein prophetisches Wort für das Volk Israel im babylonischen Exil, im 6. Jahrhundert vor Christus. Jerusalem und der Tempel sind zerstört, Menschen wurden verschleppt. Israel erlebt sich als Spielball der Grossmächte. Mit der Heimat ist auch die Gewissheit erschüttert, dass Gott sein Volk schützt.
In diese Verunsicherung hinein erklingt die Jahreslosung. Ihr «Fürchte dich nicht» steht unter der grossen Überschrift dieses Teils des Jesajabuchs: «Tröstet mein Volk!» In der Eroberung des babylonischen Reiches durch den Perserkönig Kyros erkennt der Prophet ein neues Handeln Gottes in dieser Zeit: Das Exil geht zu Ende, für Israel eröffnet sich eine neue Hoffnung in der Heimat.
Ein Gott und eine Menschheit
Mitten in der politischen Ohnmacht gewinnt eine vertiefte Gotteserkenntnis Gestalt: Die Götter, mit denen die Grossreiche ihre Herrschaft rechtfertigen, sind Menschenwerk. Der Gott Israels ist der Schöpfer aller Menschen. Damit öffnet sich ein Horizont, der über die Rettung des eigenen Volkes hinausreicht. Gott ist der Gott aller Menschen.
Die angsterprobte Liebe Gottes ist glaubwürdig
Genauso aufregend wie der entstandene Monotheismus ist die dramatische Liebesgeschichte zwischen Gott und seinem Volk. Andi und Thorsten zeigen, wie Gott sich seine Liebe zu Israel immer wieder abringen muss, wie er dabei selbst Ängste erfährt und durchlebt. Weil der Gott des christlichen Glaubens angsterprobte Liebe ist, ist sein «fürchte dich nicht, hab keine Angst» zutiefst glaubwürdig,
Das Dossier zur Jahreslosung findest Du hier.







