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Ist die Bibel Gottes Wort?

Wie menschlich, allzu menschlich die Bibel ist, habe die historische Forschung der letzten Jahrhunderte doch eindrücklich gezeigt. Und für wieder andere ist diese Diskussion schon kaum noch verständlich. Haben wir heute nicht ganz andere Fragen?

Andi und Thorsten wollen sich in den nächsten Monaten der Bedeutung der Bibel für uns heute ausführlich stellen. In dieser Eröffnungsfolge eines neuen Bibel- Dossiers erzählen sie von ihrer langen Geschichte mit der Heiligen Schrift, ihren Entdeckungen und ihren Zweifel, was sie anspricht und was sie abstösst.

Beide stören sich an zwei verbreiteten Haltungen zur Bibel: Für einige ist die Bibel sakrosankt, irrtumslos, absolute Autorität. Und indem sie Bibel in einem autoritären Geist lesen zur Untermauerung eigener Überzeugungen, werden sie ihr überhaupt nicht gerecht. Für andere gilt die Bibel als überholt, langweilig oder gefährlich, religiöser Stoff ohne Wert für die Gegenwart; und sie ahnen nicht, welche Unbildung sich in solcher Unterschätzung dieses Menschheitsbuches verrät.

Die Bibel ist viel zu aufregend und inspirierend, um sie ihren lauten Fans und Verächtern zu überlassen. Mehr Bildung zur Bibel – dafür wollen sie sich in dieser Reihe insgesamt einsetzen.

Sie kommen auf klassische Diskussionen zu sprechen: Ob es Irrtümer und Widersprüche in der Bibel gibt und warum manche das beharrlich verdrängen, ob auch die Bibel ein Buch voller Dichtung und Wahrheit ist und wie man mit Berichten umgeht, die nicht Wirkliches, aber Wahres zu sagen haben. Und sie stellen sich der Herausforderung vieler Bibelpassagen, in denen Unmoralisches, ja Böses passieren zu scheint und das im Namen Gottes. Wie kann die Bibel Orientierung geben in Fragen der Lebensführung, wenn man immer wieder auf Aussagen trifft, die überholt, fragwürdig oder unbegreiflich erscheinen? Wie geht die heutige Theologie mit solchen Fragen um?

Literaturtipps:

Ingolf U. Dalferth: Wirkendes Wort. Bibel, Schrift und Evangelium im Leben der Kirche und im Denken der Theologie. Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2018.

Konrad Schmid; Jens Schröter: Die Entstehung der Bibel. Von den ersten Texten zu den heiligen Schriften. München: Verlag C.H. Beck, 2019

Video: «Ist die Bibel das Wort Gottes?»

9 Gedanken zu „Ist die Bibel Gottes Wort?“

  1. Bitte fangt jetzt nicht an, Euch ständig selbst vorzustellen. Verweist lieber auf die Webseite, um Euch kennenzulernen. Einmal pro Saison ist OK.

    Ich sehe die Bibel als eine wunderbare Sammlung archetypischer, z.T. historischer Geschichten, die eine Kondensierung des Verständnisses der Menschen von ihrer Beziehung zu Gott und vice versa ist. Wie sahen und sehen die Menschen Gottes Wirken in bestimmten, im Leben der Menschen wiederkehrenden Situationen? Was verstanden und was verstehen die Menschen als kausales Wirken Gottes? Warum wurde und wird etwas als direktes Reden Gottes interpretiert? Wie sind Moral, Religion und Kultur miteinander verflochten, und wie beeinflussen sie sich gegenseitig?

    Daraus ergibt sich gerade die Frage, wie diese Weisheit der Menschheit heute weitergepflegt werden kann und wie wir von der Bibel lernen können, ohne in die damalige Kultur und Entwicklungsstufe zurückzufallen.

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  2. Hallo ihr beiden,
    total klasse – ich freue mich echt richtig über das Thema der neuen Staffel!
    Die Frage, welche Rolle die Bibel in der christlichen Welt spielt, finde ich ausgesprochen spannend.
    Immer wieder habe ich den Eindruck, als würde sie von allen Seiten vereinnahmt und selektiv auf die Bestätigung der eigenen Sicht hin ausgelegt. Mit ihr wird sowohl für Ausgrenzung als auch für Solidarität, sowohl für Härte als auch für Mitgefühl argumentiert. Und das auch dort, wo eigentlich anerkannt wird, dass Menschen mit ganz menschlichen Makeln die Bibel geschrieben haben … Ich finde es angesichts der inneren Vielfalt der Schrift leicht nachvollziehbar, dass sich all das dort entdecken lässt und deshalb ist es mir auch bei Aussagen, denen ich ethisch unbedingt zustimmen möchte, immer komisch zumute, wenn es heißt „die Bibel sagt …“ – gerade so, als ob da ein Welt- und Menschenbild aus einem Guss zu finden wäre – als gäbe es da nur Nächstenliebe, und nicht auch Aufrufe zu Angriffskriegen im Namen Gottes und dergleichen …
    Ich interessiere mich also sehr für die Auslassungen und Einseitigkeiten im Umgang mit der Bibel und sehne mich da insgesamt danach, dass die Texte in ihrer ganzen Vielfalt und Widersprüchlichkeit wahrgenommen und anerkannt werden, ohne dass das bedeuten muss, sie nur aus analytischer Distanz zu betrachten, sondern dass wir gleichzeitig danach suchen, was sie mit unserem Leben zu tun haben …!
    Das sind jetzt zugegebenermaßen noch keine konkreten Fragen für kommende Folgen, aber die entwickeln sich vielleicht noch beim Hören – ich freue mich erstmal auf alles, was da kommt 😉 …!
    Herzliche Grüße
    Gabriele

    Antworten
  3. Hallo, und danke, dass Ihr Euch des Themas annehmt! Freue mich auf weitere Folgen und finde es im Sinne Gabrieles auch wirklich notwendig!
    @Andi: Lieber Andi, ich will Dich ganz bestimmt nicht ärgern oder gar kränken, aber ich habe oft große Mühe, Dir zuzuhören: Du führst Deine Sätze häufig nicht zu Ende, bzw. fällst Dir selbst oft ins Wort, weil Du schneller denkst als sprichst :-). Und oft verstehe ich dann vor lauter Überstürzung nicht mehr, was Du eigentlich sagen wolltest. Es muss nicht jeder druckreife Sätze formulieren wie Torsten es kann (Chapeau!), aber ich finde es sehr schade, wenn Deine Perspektive dann bei mir unklar wird …,
    Liebe Grüße
    Sigrid

    Antworten
    • Liebe Sigrid
      Mir geht es immer mal wieder bei Nina Pauer, die ich echt schätze, im Podcast “Die sogenannte Gegenwart” ähnlich wie Dir mit mir. Und in den letzten beiden Folgen mag ich mich selbst nicht gerne hören … aus genau den Gründen, die du nennst. Also ich danke Dir für den Hinweis und hoffe, dass ich bald wieder geordneter, gelassener und klarer unterwegs bin. Ich hab manchmal so viel im Kopf, will keine Zeit vergeuden und meine dann, die ganz Komplexität eines Themas mit zig Schleifen in meinen Sätzen zusammenbinden zu müssen. Funktioniert leider dann oft nicht …
      Liebe Grüsse, Andreas

      Antworten
  4. Hallo,

    Danke für den Einstieg in dieses Thema. Nach 20 Jahren biblizistischer Glaubenslehre Bibel=GottesWort brauchte ich es ausführlicher, tiefer und dennoch ohne Theologie Studium nachvollziehbar. Da haben mir die folgenden Beiträge zur möglichen Entstehungsgeschichte der biblischen Bücher geholfen.
    Sehr erhellend war grade hinsichtlich der Autoren des NT, der Ansatz das diese eigene Motivationen hatten die sich in Teilen auch unterschieden, statt nur darauf herum zu reiten das es hier und dort Widersprüche gibt und es eben doch nicht DIE EINE WAHRHEIT ist.

    Ich persönlich wundere mich wie sich unser Pfarrer mit Doktortitel in der Evangelischen Landeskirche über die Stimmigkeit des Buch Daniel als Prophetische Zukunftsvorhersage Gottes von der Kanzel herab freuen kann obwohl ihm während seines Studiums doch sowas wie die Quellentheorie unter gekommen sein sollte….

    Frage an euch, habt ihr sowas ähnliches auch vor?

    Who Wrote the Gospels?
    https://m.youtube.com/watch?v=BT12rsfvnhI

    Who Wrote the Gospel of John?
    https://m.youtube.com/watch?v=jwMyoZcUVN8

    Contradictions in the Easter Stories
    https://m.youtube.com/watch?v=5uwo4z80G9A

    Antworten
  5. @reflab Vielen Dank für den fantastischen Podcast "Geist.Zeit". Ein Leuchtturm.

  6. Literaturangaben in den Notizen zur Folge wäre hilfreich. Hier verweist ihr auf zwei Bücher, jetzt muss ich mich wieder durch die Sendung wühlen. :DD

    Danke euch für eure Balance und Schärfe.

    Antworten
    • Lieber Norman
      Keine Ahnung, warum unsere Literaturtipps hier fehlen. Daher jetzt direkt:
      Dalferth, Ingolf U. (2018): Wirkendes Wort. Bibel, Schrift und Evangelium im Leben der Kirche und im Denken der Theologie, Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2018.
      Konrad Schmid; Jens Schröter: Die Entstehung der Bibel. Von den ersten Texten zu den heiligen Schriften. München: Verlag C.H. Beck, 2019
      Vgl. auch die Geist.Zeit-Folge Francis Schaeffer und der Fundamentalismus
      Hier geht es zur erwähnten Leipziger Bibelstudie

      Thorsten und ich arbeiten gerade an einer kleinen Literaturliste, die wohl nächste Woche kommen wird. Danke für Dein Mitdenken, Andreas

      Antworten
  7. Hallo zusammen
    Das grosse Interesse an unserem neuen Bibel Dossier und den dazugehörigen Podcast-Folgen freut uns sehr. Wir, Thorsten und Andi sind gerade dabei, eine kleine Literaturliste zu erstellen mit Büchern und Quellen, die wir als hilfreich und weiterführend empfehlen können. Sobald diese Tipps unter online gehen, geben wir noch mal Bescheid hier. Danke für Eure Geduld.

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