Dein digitales Lagerfeuer
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Hoffen wider den Irrsinn

Trump liefert im Wochentakt neues Material für Fassungslosigkeit. Kaum ist die eine Absurdität verdaut, folgt bereits die nächste. Manuel und Stephan sprechen darüber, was diese Logik der Überforderung mit uns macht: wie sie unsere Aufmerksamkeit bindet, uns in Daueralarm versetzt, zum Reposten verleitet und eine Form von Ansteckung erzeugt, bei der wir uns im Kampf gegen den Wahnsinn selbst verwandeln.

Die Folge kreist um die Frage, was eine angemessene Reaktion auf diese Gegenwart sein kann. Hilft «News-Fasten», also der bewusste Verzicht auf Nachrichten, oder ist das am Ende bloss Rückzug? Braucht es andere Formen des Widerstands, andere Ebenen der Antwort, andere Geschichten? Manuel und Stephan denken über Gegen-Narrative nach, über die Möglichkeit, nicht nur auf den nächsten Skandal zu reagieren, sondern selbst Worte, Bilder und Haltungen zu prägen, die nicht aus Panik leben.

Dabei geht es nicht um billigen Optimismus. Es geht um Hoffnung als Praxis. Um die Entscheidung, sich nicht vollständig von der Logik des Irrsinns bestimmen zu lassen. Um eine Wachheit, die weder abstumpft noch hysterisch wird. Und um die Frage, wie man in einer Zeit der Dauerempörung handlungsfähig, klar und innerlich beweglich bleibt.

Zum Schluss wird es persönlich: Manuel und Stephan nennen je drei Dinge, die sie trotz allem weiter hoffen lassen. Keine grossen Lösungen, keine falschen Versprechen, sondern kleine, konkrete Gegenkräfte gegen das Gefühl, dass alles immer nur schlimmer wird.

Eine Folge über Überforderung, Widerstand, Gegen-Narrative und die Kunst, der Gegenwart nicht das letzte Wort zu überlassen.

 

Vgl. passend zur Folge auch den RefLab-Blogbeitrag «Trumps Wahnsinn und ich. Eine Selbstbeobachtung»: Manuel Schmid beschreibt hier, wie politische Dauerempörung in Wut, Angst und Ohnmacht kippt – und warum er sich dennoch weigert, im Hass und Zynismus aufzugehen.

2 Gedanken zu „Hoffen wider den Irrsinn“

  1. Wie konnte man da einfach tatenlos zuschauen und das irgendwie hinnehmen? Facebook- und Instagram-Kommentare sind ja mehr: Es ist ein Sich-Beteiligen an der Dualisierung, an der Radikalisierung. Erstens lösen Kommentare in einer Bubble keine positive Veränderung aus. Wie denn auch. Es sind ein paar Worte, die in der Flut aller Meldungen untergehen. Aber sie führen lokal, innerhalb der Bubble, zu einer Verhärtung der Positionen, denn in der Anonymität des Internets, ohne direkte, physische Rückmeldung, ist es so einfach, sich zu enervieren und zu reagieren.

    Aber lokal ist das Stichwort. Ein physisches Vorbild kann durchaus kognitive Dissonanz hervorrufen, die zur Veränderung führen kann. Aber nicht aus der Ferne.

    Für mich ist Jesus selbst ein Beispiel. 12 Menschen, begrenzte Geographie.

    Und dann die Mittel, die einem gegeben sind, wie der Podcast, die Institution, bei mir der Substack. Aber erst in zweiter Wirkungsmacht.

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  2. Lieber Stefan, lieber Manuel
    Früher hattet ihr noch mehr theologische Kontroversen zwischen den beiden Polen (post)evangelikal und liberal. Heute erlebe ich eure Podcasts als recht harmonisch, aber dafür umso politischer. Kann es sein, dass ihr euch in den vergangenen paar Jahren in vielen Themen immer mehr angenähert habt und immer öfter unisono ins gleiche Horn bläst?
    Wie dem auch sei. Was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass ich manchmal den alten Zeiten von ausgeglaubt nachtrauere…
    Lieber Gruss,
    Claudius

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