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Lesedauer: 3 Minuten

Switzerland: too big to fail

Wir haben’s mehrmals gelesen und gehört: eine der wichtigsten Konsequenzen der Schliessung der Restaurants, Läden, Hotels, Konzerthallen, Bars und Museen, sind die finanziellen Einbussen für Selbständige, Kleinstunternehmer*innen und ihren Angestellten.

Wer jetzt denkt, der Bundesrat würde in Zusammenhang mit der Pandemie überreagieren, mit Leichtfertigkeit die Wirtschaft drosseln und in die Rezession hineinschlittern lassen, ist total gaga. Es geht nicht anders. So einfach ist das.

Was ist zu tun?

Wir erwarten vom Staat die dafür notwendigen finanziellen Hilfestellungen. Aber auch auf Individualebene brauchen wir kreative Lösungen und eine Form finanzieller Grosszügigkeit, die wir vorleben müssen:

Hast du ein Ticket gekauft und kannst die Lesung nicht mehr besuchen? Verlange bitte das Geld nicht zurück. Kannst du es dir leisten, die Yoga-Lektion zu bezahlen, obwohl sie nur via Video stattfinden kann? Dann mache es. Vermietest du eine Immobilie (z.B. für einen Coiffeur, eine Handwerkerin, usw.), dann erlasse doch deiner Kundin/deinem Kunden eine Monatsmiete. Kann die Putzfrau nicht mehr vorbeikommen, weil sie zu ihren Kindern schauen muss, dann entlöhne sie trotzdem.

Nicht alles einfordern, was uns zusteht, wird ein Mittel sein, um zu zeigen: «Ja, ich vertrau’ dir. Wir sind im selben Boot, helfen uns gegenseitig. Wir werden es gemeinsam schaffen.» Und es wird uns dabei helfen, schneller die Rezession zu stoppen.

Die Alternative(n)?

Wären wir mit einem alternativen wirtschaftlichen System weniger anfällig gewesen? Hätten wir besser mit der finanziellen Krise umgehen können? Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens (auf Zeit) wird mit dem Auftreten des Coronavirus wieder thematisiert. Aber so schnell wird es niemals gehen. Zu viele Fragen sind unbeantwortet, zu grundlegend wären die strukturellen Veränderungen. Und aktuell sollten wir uns eher darauf einstellen, den ‘Minimal-Betrieb’ aufrechtzuerhalten und für die Familie, Freunde und Nachbaren präsent zu sein. Die pandemische Krise hat zumindest gezeigt, dass wir ein wirtschaftliches System benötigen, das flexibler und schneller auf Veränderungen der Umwelt reagieren muss. Und vielleicht wird uns nach der aufgewungenen Pause bewusster werden, welche Jobs unsere Gesellschaft tatsächlich benötigt.

Die (finanzielle) Rettung der Schweiz

Dreizehn Jahre ist es her, dass Staaten weltweit Banken vor dem drohenden Kollaps retten mussten – in der Furcht, die Institute könnten wegen ihrer Grösse das gesamte Finanzsystem zum Fall bringen. Die Schweizer Bevölkerung tat für die hiesigen Banken dasselbe. Jetzt geht es darum, uns selbst zu retten. Alle Bürger*innen sind davon betroffen, einige mehr, andere wiederum weniger. Im Vergleich zu damals werden wir aber als Gesellschaft direkt(er) tangiert sein. Eine pekuniäre Umverteilung ist vonnöten, damit wir weiterhin funktionieren können und wir (emotional) gestärkt aus der finanziellen Krise hervortreten können.

 

Photo by Miguel Bruna on Unsplash.
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