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[Special] Sollten wir unsere Gottesdienste abschaffen?

 

 

 

10 Kommentare zu „[Special] Sollten wir unsere Gottesdienste abschaffen?“

  1. Hallo ihr beiden!
    Danke für dieses Gespräch. Ich wünschte mir Gottesdienste, in denen ganz viel Zeit dem Wort Gottes und dem Gebet gewidmet würden. Ganz konkret: Lesungen ganzer Kapitel der Bibel mit der Bitte um den Heiligen Geist und stillen und lauten Gebeten um Weisheit. Und Gottes Segen.

  2. Hallo zusammen

    Den Gottesdienst abschaffen? Das würde ich sofort unterschreiben. Ein grosser Teil der Bevölkerung und alle Firmen bezahlen hier ein Angebot für Wenige. Die Gottesdienste sind auch der Grund für die teuren Gebäude.

    Der grösste Grund für mich ist allerdings die hierarchische Struktur: Eine Person, vielleicht auch drei oder vier mit Lesungen und Musik, gestalten etwas, durch das ich still sitzen muss. Mein Glaube, meine Individualität wird nicht geschätzt, hat keinen Platz.

    Die Lösung in „anderen“ Gottesdiensten zu suchen, finde ich falsch. Taize-Gottesdienst, Jazz-Gottesdienst, das sind getarnte Gottesdienste, die sich nur in der Form unterscheiden.

    Wie wäre es mit Diskussionsrunden, mehr Geld für Soziales? Innovation?

  3. die Kirchen schaffen sich schon selber ab, so dass sie ihre Gebäude schon bald schließen können. Teure Veranstaltungsräume, Instandhaltung und ungläubige Theologen bringen dem allen nichts. Sie verdienen ihr Gehalt für die verbreitung biblischer Untreue . Sogesehen ist es nur logisch, dass eine Pfarrerin den Eindruck hat, man solle die Gottesdienste abschaffen. Klingt logisch , ist es aber nicht.
    Wer in der Landeskirche wo auch immer Sonntag für Sonntag kein Evangelium mehr hört , bleibt der Kirche fern. Was soll man denn dort auch. Ich kann da nur empfehlen die Seiten zu wechseln.
    Verlasst die Kirchen ohne Gott und besucht Gemeinden , wo Jesus Christus der Mittelpunkt ist.
    Für Köln kann ich da einige bibeltreue Gemeinden empfehlen.
    Dort werdet ihr von Gottes Liebe beschenkt , aufgebaut und getragen.
    Ein persönlicher Tip: http://www.Freikirche.koeln

  4. Sehr spannendes Gespräch. Ich denke die Frage muss man in dieser Schärfe stellen und auch ernsthaft darüber nachdenken was es heißt das mit Ja zu beantworten. Ich jedenfalls kann mich mit einem durchschnittlichen evangelischen Gottesdienst nicht mehr anfreunden und bin davon entfremdet, obwohl ich als Gläubiger eigentlich doch ein grundsätzliches Interesse an Glaube und Kirche mitbringe. Aber irgendwie hat das oft wenig mit mir zu tun. Die Musik ist altbacken, die Gebete sind fromme Phrasen und ja mitnehmen tue ich am Ende nicht unbedingt etwas.
    Gleichzeitig kann die Lösung nicht sein, einfach die Formen auf die Höhe der Zeit zu holen. Ein Jazz Gottesdienst mag sehr schön sein, aber am Ende kann ich auch einfach zum Konzert gehen. Das Problem liegt ja auch tiefer. Am Ende stellt sich ´wieder die Frage, ob die Kirche in irgendeiner Form überhaupt noch etwas anzubieten hat und was das sein könnte. Wie ihr feststellt ist der klassische Gottesdienst, wenn man rein die Besucherzahlen sieht, kein überzeugendes Angebot.

    Ich glaube ihr habt am Ende doch auch etwas angedeutet, was attraktiv sein könnte. Mehr Gemeinschaft, mehr Partizipation, mehr Austausch, mehr Nähe, mehr Persönliches, weniger Performance. Mich würde auch interessieren, wie es meinen Nächsten geht und ob die Frau die mit ihrer Firma kurz vor der Insolvenz steht doch konkret Hoffnung hat und auf was sie hofft.

  5. Hello again
    Das Bild bzw der Traum von Stephan von einer Gemeinschaft, in der man Glaube, Hoffnung und Zweifel miteinander teilt finde ich schön… nur holt uns jetzt die Realität der Kirchenpraxis ein: wie Du, Stephan, schon bei Erleuchtung garantiert gesagt hast, sind es bei uns die Gemeinden, die entscheiden: bei fast allen, die ich kenne bewegt sich viel- aber einen grundlegenden Strukturwandel will keiner; verständlicherweise: bereits der normale Dienstbetrieb bringt die Leute an und über die Grenzen und zuviele haben zu viel zu verlieren und wollen nicht etwas zerschlagen, was getragen hat ohne eine Perspektive einfach ins Blaue hinaus; und auch die Gemeinden und deren Gremien sind sehr strukturkonservativ weil immer noch zu sehr Staats- und Beteungskirche und viele meiner Gemeindemitglieder wollen eher Konstanz als Veränderung; viele finanzieren den Sonntag Gottesdienst auch aus sozialen oder kulturellen Gründen, ohne selber daran teilzunehmen…ich fürchte, wir reiten den Gaul lieber zu Tode!
    Und es stimmt: unsere Profis (Diakonie, Pfarramt, Katechese, Verwaltung, Behörden…) sind noch nie so gut ausgebildet gewesen- stehen alle aber am Berg; zudem werden die Ressourcen gerade an Personal knapp: in 5-10 Jahren können wir uns Fragen, wer denn noch die Beerdigungen alle macht?!
    Aber es wird auch immer wieder innovative Gruppen und Gemeinden geben… aber eben wohl nur Einzelfälle und keine grosse Kirchliche Bewegung…

  6. Um 10 Uhr bin ich noch nicht ansprechbar. Wenn ich nach Alternativen am Sonntag- oder Samstagabend suche, ist in meiner Stadt nicht viel los.
    So gehe ich vier Mal im Jahr am Sonntag in einen Queergottesdienst.

  7. Vielen Dank für das Aufgreifen, einige haben es ja auch schon angedeutet, dass es mehr um Spiritualität oder Authentizität gehen muss, auch wenn man mit gewissen (Scham)grenzen umgehen muss, aber so institutionell, dogmatisch, frontal am „Sonntag“ festzuhalten, da fehlt der Lebensbezug:
    Ich wünsche mir einen Gottesdienst, der Ehrlichkeit, Wahrheit, Zweifel, Trauer und Klage genauso miteinander aushält wie Freude und Hoffnung. Das braucht etwas Umdenken und neue Formen des Miteinander (nicht des Musikstils), aber auch eine größer Weite raum zu geben Gott zu begegnen (nicht nur durch eine Predigt und ein paar Lieder)

  8. Ganz nettes Geplänkel, es erschüttert mich aber, wie wenig grundlegendes Wissen über Gemeindeentwicklung in der Diskussion auch bei den beiden Sprechern vorhanden ist. Dann könnten sie sachlicher und mit weniger Emotionen argumentieren (Zitat: Puls 160). Gottesdienst ist nichts heiliges, vom Himmel gefallenes, an dem man nicht rütteln darf. Der von einem Pfarrer gehaltene Sonntagsgottesdienst wird in der Bibel nicht erwähnt. Allerdings kann man auch nicht einfach nur Besucherzahtlen zählen. Institution und Ereignis müssen in Wechselwirkung stehen und sich gegenseitig positiv beeinflussen. Ich empfehle die Lektüre von „Die dritte Reformation“ von Christian A. Schwarz aus dem Jahr 1993.

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