In dieser Folge von «Himmel & Erdung» testen wir eine überraschend alltagstaugliche Mystik-Typologie der Forscherin Evelyn Underhill: Pilgernde, Liebende, Alchemistinnen – drei Wege, drei Temperamente, drei Arten, Gott (und sich selbst) zu suchen.
Simon Weinreich (Netzkloster) und Johanna Di Blasi (RefLab) fragen: Welcher Typ sind wir – und was verrät das über unsere Spiritualität? Und: Funktioniert Mystik auch digital? Im Netzkloster treffen wir uns per Zoom, um gemeinsam in die Stille zu gehen – gegen die Logik von Tempo, Dauerreiz und Selbstoptimierung.
Fünf Himmel & Erdung Einsichten aus dem Gespräch mit dem Netzabt Simon Weinreich.
1. Liebende wollen Nähe – aber ohne Besitz
Nicht festhalten, sondern überfliessen lassen.
2. Pilgernde suchen nicht erst am Ziel
Gott ist im Gehen da. Nicht schneller ankommen, tiefer gehen.
3. Alchemistinnen verwandeln sich
Transformation nicht als Upgrade, sondern als Läuterung. Nicht perfekter werden, sondern wahrhaftiger.
4. Mystik ist keine Weltflucht
Sie zeigt sich, wenn Liebe handlungsfähig wird.
5. Der Feind ist Dauerbeschallung
Mystik beginnt da, wo es still ist, wo nichts mehr «geleistet» werden muss, wo es reicht, da und ganz man selbst zu sein.
Lektüre- und Hörtipps
- Evelyn Underhill, «Mystik»
- Dorothee Sölle, «Mystik und Widerstand»
- Blogbeitrag zu Julia Kolls Roman «Das Buch Mechthild» zu Mechthild von Magdeburg: «Wie Mystikerinnen lieben»
- RefLab-Podcast zum Netzkloster, «Wir brauchen gute Rituale»
- Blogserie zu Online-Mystik: «Tagebuch einer Netznovizin»
- Kurz erklärt: «Was heisst eigentlich Mystik?»







