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«Alles wird immer schlimmer.» Kulturpessimismus als Gefahr

Andi und Thorsten setzen sich in dieser Folge Geist.Zeit mit der bedenklichen Geschichte dieses Phänomens auseinander. Und sie fragen sich, warum heute auch christliche Strömungen für ein solches Schwarzmalen anfällig sind. Wo alles schlecht geredet wird, traut man den eigenen Ideen für die Zukunft offenbar selbst nicht so richtig. Zum Glauben an den Heiligen Geist gehört ein gesundes Mass an Zeitkritik – kein pauschales Abarbeiten an dem, was man für den Zeitgeist hält.

4 Kommentare zu „«Alles wird immer schlimmer.» Kulturpessimismus als Gefahr“

  1. Vielen Dank für die eindrückliche Darstellung und Zusammenfassung über die Rolle des Kulturpessimismus und was bei „gut gemeint“ alles schief laufen kann.
    Sehr wohltuend war die kritische Selbstreflektion und Selbstwahrnehmung von Herrn dietz und Andreas Loos. Mit einem ermutigenden Ausblick aufgrund der Präsenz des Lebensgeistes: „Vielleicht wird alles doch nicht schlimmer!“

    1. Danke für dieses ermutigende Feedback. Es freut uns, dass sich diese Podcast-Folge nicht nur für uns, sondern auch für Sie gelohnt hat.

  2. Hallo!

    Höchst interessante Einblicke in die düsteren Aspekte der Biographie von Thorsten Dietz.

    Von van den Bruck hatte ich schon gehört in einer Literatursendung von Götz Kubitschek, wo er alle möglichen Vertreter der Konservativen Revolution eingeordnet hat als Leute, die rechts waren, aber dann am Ende auch mit den Nazis nicht so viel anfangen konnten.

    Daß Thorsten Dietz heute noch Fan einer konservativen Gruppe im Sinne von Burke wäre, hat mich erstaunt, da er ja Marx in seiner Ethik besprochen, aber Calvin mit keinem Wort erwähnt hat. Für Marx ist die Rechtsordnung Teil des Überbaus und damit Teil von Unterdrückungsmechanismen der herrschen Klasse, während in der Bibel Unterdrückung nur als Bruch oder Korrumpierung des Rechts und der Rechtssprechung möglich ist. Calvin ist hingegen Vorläufer von liberalen Ideen laut Steve Lawson: https://www.youtube.com/watch?v=xx1g5WfM6Xw&pp=ygUnc3RldmUgbGF3c29uIHRoZSBsZWdhY3kgb2Ygam9obiBjYWx2aW4g. Ich hätte Dietz daher viel linker eingeordnet, nämlich als woken Progressisten.

    Das Kaiserreich war tatsächlich der Höhepunkt der deutschen Geschichte, jedenfalls ökonomisch. Man sieht das in Leipzig ganz deutlich an den Häusern, Denkmälern und Gräbern. Aber auch an der lokalen Wissenschaftsgeschichte.

    Heute hat Thorsten Dietz Angst vor vielen Evangelikalen. Klingt ja fast wie Schmidt-Salomon, der immer vor radikalen Religiösen gewarnt hat. Was ist denn aus der Unterscheidung allianzevangelikal = gut versus bekenntnisevangelikal = schlecht geworden? Ist Thorsten Dietz noch aktives Mitglied in der Evangelischen Allianz Deutschland? Hat die DEA nicht in den letzten 10 Jahren stillschweigend alle bekannten Postevangelikalen aus leitenden Positionen in ihren Reihen entfernt?

    In welchem Podcast haben welche Influencerinnen was angestellt? Geht es wieder um Jana Highholder?

    Was kann man tun?
    Hier muß man unterscheiden zwischen dem Moralisten und dem Amoralisten. Der atheistische Amoralismus wurde von de Sade vertreten, der Justine & Juliette auch mit der Frage anfängt, was man tun soll angesichts höherer Mächte (Gott, Vorsehung, Geschichte). De Sade meinte dann, man solle völlig skrupellos nur an den eigenen Vorteil denken. Max Stirner kam dann auch mit so einer Idee an.
    Der Moralist mu´ß laut Hegel seine geschichtliche Situation genau analysieren, um herauszufinden, wo er einen wirksamen Impuls geben kann. Die meisten Leute können sich maximal einer bestehenden Bewegung anschließen, in der sie allein aber wahrscheinlich nicht die entscheidende historische Wende herbeiführen. Manche können auch neue Bewegungen anzetteln. Noch weniger kommen in eine Position, wo sie allein richtungsentscheidend wirken.

    Wegen Einheitswünschen zu den Evangelikalen? Das ist Quark. Chris Date, streng evangelikaler Sechs-Punkte-Calvinist und organisatorischer Anführer der US-amerikanischen Annihilationisten sagt, daß er eigentlich lieber wieder Anhänger der ewigen Folter wäre, weil die evangelikalen Anhänger der ewigen Folter ihn ständig beschimpfen usw. Aber er bleibt standhaft bei dem, was die Bibel wirklich lehrt. Und es gibt ja noch viele andere Streitpunkte, z.B. irgendwas mit Millenium und Israel, Taufe, Beichte, Monergismus usw.usf. Michael Brown ist jetzt drauf gekommen, daß die Entrückungstheologie nur dem Satan hilft, weil der einen generationsübergreifenden Plan zur Kulturkorrumpierung hat: https://www.youtube.com/watch?v=VQO8gbmuwm4

    Alles Gute!

    1. Vielen Dank für das interessante Gespräch und das Aufzeigen von immer wiederkehrenden politischen und menschlichen Zusammenhängen. Es hat mich zum reflektieren angeregt.
      Wie die Bibel schon sagt: es gibt wohl nichts neues unter der Erde. Ein Fluch wer wird uns aus diesem ewigen Kreislauf erlösen? Mit jedem Menschen der auf die Welt kommt fängt die Entwicklung wieder von vorne an. Was wird Siegen und was wird befriedigt sein Bedürfnis nach Verbundenheit oder sein Bedürfnis nach Autonomie? Können Eltern und die Gesellschaft beide Bedürfnis der Kindes einigermaßen erfüllen hat das Kind gute Chancen sich zu einem Bindungs- und Dialogfähigen Menschen zu entwickeln der sich gerne und gut in die Gesellschaft einbringen kann. Er kann wo nötig polarisieren und positionieren oder auch nicht. Und ja ich sehe heute bei jungen Familien viel Gutes am wachsen Maleachi 3 23+24. Grundlage meiner Pädagogik und Hoffnung für eine gelingende menschliche Entwicklung ist unter anderem der Entwicklungsansatz von Dr. Gordon Neufeld einem kanadischen Entwicklungspsychologen. In seinem Ansatz zeigt Neufeld auf, wie sich unser menschliches Leben unser geistliches seelisches und körperliches Potenzial entwickelt kann. Im gegenwärtigen Zeitgeist ist für mich jedes Kind, seine Eltern und deren gemeinsames Entwicklungspotenzial ein hoffnungsvoller Same für eine gute Dialogfähige Zukunft und jede Unterstützung in diesem Sinne ist Gold wert Epheser 4 15 + 16 💞

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