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Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Auf Netflix läuft zur Zeit die Doku-Serie »Jenseits des Todes«. Spiritistische Medien reden mit Verstorbenen, eine Ärztin berichtet von ihrer Nahtoderfahrungen, und Kinder können sich an ein früheres Leben in einem anderen Körper erinnern…: Ganz offensichtlich beschäftigt das Thema Leben nach dem Tod die Menschen auch heute noch.

Stephan und Manuel unterhalten sich über die beschriebenen Phänomene, über die christliche Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod – und über ihre eigenen Vorstellung dessen, was auf uns wartet, wenn dieses Leben zu Ende geht. Wer sich für diese Fragen interessiert, und wer wissen möchte, warum Stephan das Fegefeuer für eine »wunderschöne« Idee hält, der sollte sich diese Episode nicht entgehen lassen…

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6 Kommentare zu „Gibt es ein Leben nach dem Tod?“

  1. Herzlichen Dank für die anregenden Gedanken. Ich habe bei diesem Thema ein bisschen das Gefühl, dass wir Gott viel zu klein denken.

    Ich gehe davon aus, dass wir nach dem Tod Gott in der einen oder anderen Form gegenübertreten. Wenn Gott wirklich der Schöpfer und die Quelle von Sinn und Zweck im Universum ist, dann muss die direkte Erfahrung von Gottes unvorstellbarer Grösse, Pracht und Liebe überwältigend und tief verändernd sein.

    Ich kann mir nicht einmal ansatzweise vorstellen, was ein solch ultimativer „Kulturschock“ mit uns machen wird. Die Beschreibungen in der Offenbarung (und vielleicht in manchen Nahtoderfahrungen) sind nur ungelenke Versuche, Aspekte dieser Erfahrung in menschlich-beschränkte Gedanken und Worte zu kleiden. Jedenfalls finde ich es sehr unwahrscheinlich, dass wir in seliger Ewigkeit weiterleben und uns mit irdischen Themen und Beziehungen beschäftigen werden. Ich würde nicht einmal ausschliessen, dass ein (Wieder-?)Aufgehen in Gott einer Weiterexistenz als Individuum vorzuziehen sein wird.

    Noch eine Randbemerkung: Ich finde es etwas gewagt, aus der Bibel eine naturalistische Weltsicht abzuleiten. Natürlich ist insbesondere das Alte Testament materiell-diesseitig ausgerichtet. Meines Erachtens sagt dies aber mehr aus über die Gedankenwelt des altorientalischen Volks Israel als über die Sache an sich. Denn wir sehen doch bei vielen Themen in der Bibel (bspw. die allgegenwärtige Idee des Opferns), dass Gottes Offenbarungen stets im kulturellen Kontext rezipiert werden.

    1. Danke Jean-Marc für deine Rückmeldung! Zum Naturalismus: Ich möchte die Bibel natürlich keineswegs naturalistisch lesen – die Welt des Alten (und Neuen) Testaments ist ja auch durchdrungen von Geist-Wahrnehmungen und Transzendenz. Mit überzeugt einfach die bodenständige und ganzheitliche Art, mit der Leib und Seele, Körper und Geist zusammengedacht werden. Der Mensch ist Leibseele, Geistkörper oder wie man das auch immer auf den Begriff bringen will – auf jeden Fall sind wir nach jüdisch-(ur)christlichem Verständnis nicht ohne „Materialität“ zu haben.

  2. Ich finde, dies ist eines der spannendensten Themen ever. Vielen Dank für Eure Gedanken darüber!
    Nachdem ich mich 20 Jahre lang vor der Hölle gefürchtet hatte, habe ich vor vielen Jahren in einer Kirche ein Märchen in einer Predigt gehört, das meine eingefahrene Gedanken über dieses Thema total auf den Kopf gestellt hat. Hier ist der Link  http://www.sagen.at/texte/maerchen/maerchen_deutschland/volkmann/himmel_und_hoelle.html
    Seitdem habe ich schon viele schöne Momente damit verbracht, darüber nachzudenken, was ich mir wünschen würde. Und dann überlege ich, wie ich schon in diesem Leben den einen oder anderen Aspekt Wirklichkeit werden lassen kann. Schließlich war einer der Lieblingssprüche meines Vaters (solange er noch nicht alt genug war, selbst ans Sterben zu denken): „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden“. „Klug werden“ fand ich schon als Kind erstrebenswert und deswegen habe ich ständig über das Sterben nachgedacht. Und bei diesem Spruch geht es doch um Konsequenzen für das Leben hier und jetzt. Ich glaube jedenfalls schon lange nicht mehr, dass der Gott, der die Liebe ist, will, dass wir dauernd Angst vor der Hölle haben. Das wollen nur die Prediger und Eltern, die uns mit der Angst gefügig und gehorsam machen wollen…

  3. Kinseher Richard

    Nahtod-Erfahrungen (NTEs) lassen sich komplett als Ergebnis eines einfachen Erinnerungsvorgangs erklären. Ich habe heute früh einen Brief mit dem kompletten Erklärungsmodell für NTEs an Ihren Kollegen Herrn Luca Zacchei abgeschickt – Sie sollten sich mit ihm in Verbindung setzten.

    Wenn sich Kinder an frühere Leben erinnern – oder Erwachsene sogar im Detail an Straftaten; die sie aber in Wirklichkeit nie ausgeführt haben: dann muss man von Gedächtnismanipulation ausgehen.
    Buchtipp: Julia Shaw – Das trügerische Gedächtnis – Wie unser Gehirn Erinnerungen fälscht.

    Frau Dr. Shaw brachte Versuchspersonen nicht durch Manipulation sondern nur durch suggestives Zuhören dazu, sich nach drei kurzen Gesprächssitzungen an selbst verübte Straftaften zu erinnern – die diese Personen in Wirklichkeit nie ausgeführt hatten.
    Dieses Experiment zeigt, wie leich sich Erinnerungen manipulieren lassen.

    Wenn spiritistische Medien mit Verstorbenen ´reden´ – dann tun sie dies nicht umsonst. Und als Kunden kommen auch nur Leute, die bereit sind, sich betrügen zu lassen. So ist jeder zufrieden – diejenigen die das Geld ausgeben und diejenigen, die das Geld einkassieren.

    Suchen Sie bei Google nach dem Begriff ´cold reading´ – damit versteht man, worauf man ein Medium bei den Kunden achtet.

    Und noch ein Tipp – mit dem ich mein übersinnliches Wissen demonstrieren kann: Sie haben am Knie eine Narbe – schauen Sie nach!

    (Erklärung: Fast jeder Mensch hat sich als Kind am Knie verletzt und hat deshalb dort eine Narbe. Meine übersinnliche ´Weisheit´ kann allerdings Leute beeindrucken, welche dafür empfänglich sind.)

    1. Sehr geehrter Herr Kinseher, vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Wie so oft ist in theologischen Fragen eine grosse Portion „Glaube“ und „Vertrauen“ im Spiel. Ich überlasse die Interpretation der Resultate gerne den Experten. Ich gehe davon aus, dass es bei den direkt Betroffenen kaum um „Bekehrung“ geht. Sie möchten möglichst authentisch ihre Empfindungen wiedergeben. Sie scheinen auf alle Fälle vom Erlebten tief berührt zu werden. Freundlich grüsst, Luca Zacchei

  4. Kinseher Richard

    Sehr geeehrter Herr Zacchei
    Ich will niemand bekehren oder vom Glauben abbringen. Ich vertrete lediglich die Meinung, dass man bestimmte Erfahrungen nicht irgendwelchen Scharlatanen überlassen sollte.

    Ein Beispiel:
    DOI: 10.1371/journal.pone.0214377
    Survey of subjective ´God encounter experiences´: Comparison among naturally occurring experiences and those occasioned by the classic psychedelics psilocybin, LSD, Ayahuasca or DMT

    eine Zusammenfassung gibt es bei sciencedaily.com Nr. 190423145511.htm
    Experiences of ´ultimate reality´ or ´god´ confer lasting benefits to mental health

    Dass bestimmte Erfahrungen, die oft auch als spirituelle bzw. religiöse Erlebnisse betrachtet werden – mit der Einnahme von psychedelischen Drogen aufteten, ist interessant. Solche Informationen sollte man wertneutral zur Kenntnis nehmen.

    Wenn Menschen ihre persönlichen spirituellen/religiösen Empfindungen wiedergeben, sollte man diese Erzählungen achten und als Zeichen des Vertrauens bewerten. Es ist aber auch ein Zeichen des Respekts gegenüber diesen Menschen, wenn man ihnen mögliche Erklärungsansätze zur Kenntnis gibt – sofern man davon weiß.

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