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Das sind keine richtigen Christ:innen

Christinnen, die politisch rechts wählen? Menschen, die einen Schwangerschaftsabbruch vorgenommen haben? Queere Christ:innen? Christen, die die Bibel wortwörtlich nehmen? – Bei all diesen Identitäten und Haltungen gibt es bestimmt Menschen, die sie mit dem Glauben an Gott als unvereinbar empfinden würden.

Hin und wieder wird mir oder Menschen, die in bestimmten Fragen gleich denken wie ich, der Glaube abgesprochen. Das ist nichts neues: Schon in den ersten Jahrhunderten nach Christus gab es Konzilien, wo über den «rechten Glauben» und «falsche Lehren» debattiert und entschieden wurde. Manchmal mit Argumenten, manchmal unter anderen beeinflussenden Faktoren.

Einander gegenseitig den Glauben abzusprechen, damit ist nichts gewonnen. Doch was ist besser? Darum geht es in dieser Podcastfolge.

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12 Kommentare zu „Das sind keine richtigen Christ:innen“

  1. Manfred Reichelt

    Ich hatte auf meinem Blog geschrieben, dass ich mich selbst zu einem Dienst von Gott berufen betrachte: https://manfredreichelt.wordpress.com/eine-seite/ . Ich habe nicht den Eindruck, dass das jemand ernst nimmt. Im Gegenteil, man hat mir öfter gesagt, ich habe mich selbst berufen. Ja, und ein „wirklicher“ Christ bin ich in den Augen vieler auch nicht. Man will mich zum „rechten“ Glauben bekehren. – Also, völlig normal unter Gläubigen.

    Natürlich muss man auch in den Glaubensansichten zwischen wahr und falsch unterscheiden können, aber das darf nicht nach dem subjektiven Empfinden und den favoritisierten eigenen Vorstellungen gehen, sondern, wie in der Wissenschaft nach dem was verifiziert oder falsifiziert werden kann.

  2. Das „minimale“ Bekenntnis ist mE das Bekenntnis, dass Jesus von Nazareth der Christus ist, der im AT verheissene Messias. Minimal in Anführung, denn: Aufgrund dieses Bekenntnisses konnte man schon verfolgt werden, bevor eine Zeile des NT oder irgendwelcher Konzilien verfasst war, an denen sich die Gemüter erhitzen und auch die Geister scheiden konnten.

  3. Recht hast du! Wahrscheinlich wird ein Mensch dabei nicht nur in seiner Würde verletzt, er wird eigentlich in seiner ganzen Identität angegriffen. Und doch müssen wir uns irgendwie auf einen gemeinsamen Nenner einigen, was den ein Christ ausmacht, sonst ist das ein Begriff ohne Wert. Für mich wäre das die immer richtige Sonntagschulantwort: Jesus Christus. Tönt jetzt total banal, aber Christus macht einen Christ aus, mit all seinen schattierungen.

    1. Evelyne Baumberger

      Wenn sich jemand als „Christ:in“ bezeichnet, ist das ja implizit ein Bekenntnis dazu. Ich bleibe dabei, dass ich auch hier sagen würde: Wer sich so nennt, dem darf ich als Mitmensch das nicht absprechen.

  4. Andreas Kaufmann

    Hallo Eveline,
    Vielen Dank für diese klugen Worte. Ich denke, dass nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in Kirchgemeinden oft respektlos miteinander umgegangen wird. Gerade bei vielen heissen Themen, wie z.B. Abtreibung oder Homosexualität kann man mit vielen Leuten gar nicht mehr auf sachlicher Ebene diskutieren. Dabei könnte man ja sogar voneinander lernen. Oft finde ich mich zwischen zwei Fronten: Die einen schwimmen ganz ungeniert mit dem Zeitgeist ohne irgend eine theologische Reflexion, während die anderen verbissen an der wortwörtlichen Auslegung der Bible festhalten, oft auch ohne umfassende theologische Reflexion!
    Wichtig finde ich deinen Rat, den eigenen Glauben zu bezeugen und zu begründen, statt die Ansichten der anderen in den Schmutz zu ziehen.

  5. Oh, da hast du ein heikles Thema angesprochen!
    Das ist wirklich eine schwierige Sache.
    Es ist ja auch wichtig (und wir haben dazu lebhafte Beispiele im NT), „Geschwister zu ermahnen“, die irgendwie schief abgebogen sind. Aber meistens denken die jeweils Ermahnten (seien sie nun eher liberal oder eher konservativ) dann gar nicht, dass diese Ermahnung berechtigt ist…
    Ich erlebe es so, dass evangelikale Gläubige stärker die Tendenz haben, anderen den Glauben oder die Gotteskindschaft abzusprechen und auch keine Scheu, andere in die Hölle zu schicken. Eher „liberale“ Gläubige erkennen dagegen schon die Frömmigkeit und den ernsthaften Glauben der jeweils anderen an und sehen in ihnen Glaubensgeschwister, kritisieren aber (durchaus auch scharf) bestimmte Aussagen, Handlungen, Haltungen, Auslegungstraditionen, die sie nicht mit Jesu Leben und Botschaft vereinbaren können.

    1. Evelyne Baumberger

      Danke für den Kommentar. „Ermahnung“ ist was anderes – da wird ja niemandem die Validität seines/ihres Glaubens abgesprochen, sondern es betrifft die Moral oder Glaubenspraxis.

  6. Roland Portmann

    Grundsätzlich finde ich eine weite und offene (Landes)Kirche nach wie vor erstrebenswert bzw. erhaltenswert; aber damit wir nicht in die Beliebigkeit und somit Profil- und Bedeutungslosigkeit abrutschen, müssen wir leider auch- auch wenn das schwierig ist- über die Grenzen reden und sie definieren, nach links und nach rechts; in unserer Zürcher Landeskirche gibt hier zurecht der Kirchenrat und die Synode in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kirchenentwicklung und der staatlichen! Uni die Richtung vor. Ein paar Beispiele: mit der Verfechtung der Ehe für alle ist eine Diskriminierung von Homosexualität nicht mehr möglich; eine strenge Verbalinspiration der Bibel ist durch das Studium unseres „Lehrpersonals“ eigentlich auszuschliessen; aber auch Reiki oder Rückführungen gehören nicht in die Landeskirche- dafür und dazu bilden wir niemanden aus und auch Yoga ( so sehr ich es liebe und praktisch jeden Tag praktiziere) gehört nicht in die Landeskirche- gerade hier bietet unsere christliche Tradition genügend Alternativen (Exezitien, Kontemplation…). Es braucht eine Unterscheidung der „Geister“- ob wir das wollen oder nicht…

    1. Evelyne Baumberger

      Danke für den Kommentar. Du schreibst über die Grenzziehung der Landeskirche, und da kann ich mitgehen. Aber die formale Kirchenmitgliedschaft sagt ja nicht per se was über den persönlichen Glauben aus.

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