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Wortklauberei: wertschätzend

Sachwerte werden von Fachleuten eingeschätzt. Eine Immobilie, ein Aktienportfolio, eine Münzsammlung. Recht so! Was soll es aber bedeuten, wertschätzend miteinander umzugehen? Was, wenn ich lese, ihr Chef habe einer Person Wertschätzung entgegengebracht?

Dabei ginge es ohne Neologismus so viel einfacher. Aufmerksamkeit, Interesse, Anerkennung, Achtung, Wohlwollen entgegenzubringen, tut es auch, einfühlsam und respektvoll zu sein, ebenso, oder Empathie, wenn es mal ein Fremdwort sein darf.

Kürzlich erklärte mir einer, wie wichtig es gerade jetzt, mitten in der Pandemie, wäre, den Marktwert von Menschen zu kennen, um vorhandene Ressourcen richtig einzusetzen. Längst ist er für alle berechnet. Intensivbehandlung für Achtzig- oder Vierzigjährige? Für Arbeitslose oder Managerinnen? Für Asylsuchende oder Arbeitgeber? Nein, darum geht es bei Wertschätzung nicht, klar, nicht um äussere, sondern um innere Werte.

Wie seit Jahren bei der Diskussion der Grundwerte dominiert auch bei der Forderung nach Wertschätzung der Begriff Wert aus dem dominierenden System des Markts. Das unterstellt, eigentlich sei alles berechenbar und auf Heller und Pfennig einschätzbar, alles, natürlich auch der Mensch. Ich denke, da sind wir schnell bei lebensunwertem Leben, und wie diese Geschichte geendet hat, wissen immer noch einige. Nein, Ethik, deren Sachwert von fiskalischen Fachleuten eingeschätzt wird, ist keine Ethik. Sie tut nur so! Respekt und Empathie braucht der Mensch.

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