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Wortklauberei: Kritisiert

Vor allem bei Nachrichten, etwa, der Bundesrat habe die Entscheidung des Ständerats oder der Iran den Boykott der U.S.A. oder die Literaturkritikerin den Stil des Buchs, heisst es regelmässig: kritisiert. Das finde ich ärgerlich, denn es handelt sich um einen sinnwidrigen Gebrauch dieses sehr wichtigen Worts.

Griechisch krinein heisst zuerst sichten und unterscheiden, hat mit ablehnen also noch nichts zu tun, sondern bereitet es vor. Erst an letzter Stelle kann es auch verurteilen bedeuten. Nur so wird es aber in den Medien verwendet. Dadurch wird Kritik zu etwas durch und durch Negativem, kritisches Denken verdächtig, der kritische Mensch abgelehnt. Das ist schlicht Unsinn, merde, bullshit!

Kritik ist ein Grundprinzip wissenschaftlicher Erkenntnis, gesellschaftlichen Fortschritts, demokratischen Zusammenlebens! Wer sie ablehnt, sitzt alternativen Fakten auf, glaubt an skurrile Theorien, verfällt faschistoiden Demagogen. Wer sie aber als erkenntnisleitend nutzt, wer genau sichtet und dann zu unterscheiden weiss, hat zwar nicht den einfachen Weg gewählt, aber den ehrlichen der Wahrheit.

Kritisch zu sein, ist selbst dann gut, wenn es mal zu einer kritisch begründeten Ablehnung kommt. Kritisieren ist notwendig, niemals negativ, aber immer teuer.

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