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Wortklauberei: Fake News

Ob sie demnächst wohl mit dem verdorren, der sie seit vier Jahren zu ungeahnter Blüte gebracht hat, die [fake news]? Zu meiner Überraschung führt der etymologische Weg von fake dorthin, wo auch er, sein Name werde vergessen, seine Wurzeln hat: in südliche deutsche Lande. Die Sprache der Gauner scheint fake seit dem Dreissigjährigen Krieg nach England getragen zu haben. Im Deutschen gibt es fegen noch immer, und wer theologisch etwas auf sich hält, kennt das Fegefeuer.

Fegen bedeutet reinigen und säubern, aber nicht nur der Sauberkeit und Hygiene wegen, denn es kann auch schönen und blenden bedeuten, nämlich der Ausschmückung und Verführung wegen. Im Züridütsch ist Fäägete die Putzerei und der Schlingel ein Fääger. Eindeutig positiv ist nur das Fegefeuer, denn es dient der Reinigung, um dereinst putzt und gstreelet vor dem Jüngsten Gericht zu erscheinen.

Fake news sind demnach geschönte Nachrichten mit aufpolierten Wahrheiten, ein trompe-l’œil der Kommunikation und die Illusionsmalerei der De­magogen. Imperiale Propaganda und feudale Zensur haben das immer schon getan. Im Westen nichts Neues! Neu ist nur, dass eine Republik mit Stolz auf ihre Demokratie das Wort promoviert, um aus gezielter Vernebelung Nutzen zu ziehen. Gut geblendet ist halb erblindet. Darin liegt der Schaden: Der Blender wird gehen, wenn er Glück hat, zunächst ins Fegefeuer, die Erblindeten aber bleiben.

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