Less noise – more conversation.
Less noise – more conversation.
Lesedauer: 2 Minuten

Wortklauberei: Es kann nicht sein, dass…

Wenn jemand seine Argumentation mit dem Satz beginnt, es kann nicht sein, dass, dann ist in aller Regel genau das bereits genau so der Fall. Es kann also sein, wie figura zeigt. Die Phrase offenbart im Moment des Sagens das Ge­genteil des Gesagten.

Als rhetorische Fi­gur wäre sie ein Paradoxon, ein gewollter Widersinn, oder ein Oxymoron, eine scharfsin­ni­ge Dummheit. Bewusst eingesetzte Rhe­torik kann Mitdenkenden auf die­se Weise einen hübschen Stolper­stein legen. Ich frage mich aber fast im­mer, ob die Phrase wirklich beab­sichtigt ist. Wäre sie es nicht, wäre es darf nicht sein richtig. Der Spruch, es kann nicht sein, was nicht sein darf, hat in meinen Ohren eine antiide­o­logische Pointe. Ideologinnen und Ideologen jeglicher couleur bilden sich gerne eine Wirklichkeit, die ihnen passt, und wenn da was nicht passt, kann es nicht sein. Nicht einmal das ist aber ganz ehrlich, denn was da angeblich nicht sein kann, soll ja in Wahr­­­­­heit nicht sein. So wäre nach dem Nichtkönnen und Nichtdürfen eigentlich das dritte Modal­verb, das Nicht­sol­len, der Wahr­heit am Näch­sten.

Es kann also beides sein, entweder dass sich in einer Phrase rhe­to­ri­sche Kunst zeigt, die zum Nachdenken bringen will, oder ideologische Macht, die genau das verhindern will. Honi soit qui mal y pense!

What do you think of this post?
  • OMG! (2)
  • Karma-Boost (0)
  • Deep (8)
  • Boring (1)
  • Fake-News (0)

1 Kommentar zu „Wortklauberei: Es kann nicht sein, dass…“

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.