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Rick Warren: Leben mit Vision

Heute ist wohl der ultimative Bestseller der christlich-religiösen Literatur an der Reihe: Rick Warrens Buch «Leben mit Vision» wurde gut 50 Millionen mal verkauft und in etwa 90 Sprachen übersetzt. Der kalifornische Megachurch-Pastor nimmt die Leser*innen darin mit auf eine 40tägige Reise auf der Suche nach dem Sinn und Ziel des eigenen Lebens. Stephan und Manuel diskutieren die fünf grossen Bestimmungen des Menschen, die in dem Buch vorgestellt werden. Neben viel Anerkennung finden sie auch kritische Worte für diesen Klassiker christlicher Lebenshilfen… Eine ebenso lange wie spannende Folge!

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4 Kommentare zu „Rick Warren: Leben mit Vision“

  1. Roland Portmann

    Ach meno… schon wieder so ein Buch aus der amerikanischen Evangelikalen- Ecke…; DAS evangelikale Schulungsbuch, das auf dem alten hermeneutischen Zirkelschluss der Verbalinspiration basiert; und nein, Warren ist kein easyleasher Seelsorger: der Mann ist mehrfacher Millionär (25 Mio!)und gegen Homosexualität und Abtreibung…da kommt mir wieder mal Genesis mit „Jesus he knows me“ in den Sinn… damit kann ich als Landeskirchen Pfarrer leider wenig anfangen… im Gegenteil: auch der von euch zu Recht beschriebene Determinismus ist gerade seelsorgerisch höchst gefährlich, gar zynisch… das alles kann und darf in der modernen, aufgeklärten Landeskirche eigentlich keinen Platz haben… man kann’s ja besprechen, macht man dann aber auch nicht einbisschen Werbung dafür und stellt sich so in dieselbe Ecke oder suggeriert eine gewisse „Nähe“?
    Macht doch mal wieder was „Kulturprotestantisches“ wie was von Prof Lauster oder was katholisches: Anselm Grün, Rastel, Girarde…

    1. Danke Roland für den Kommentar – aber: ich widerspreche entschieden! Warren mit den Teleevangelisten zu vergleichen, die in «Jesus he knows me» (zu Recht!) an den Pranger gestellt werden, trifft völlig ins Leere. Warren ist, nach allem was man wissen kann, die Antithese zu solchen frommen Selbstverherrlichungs-Spezialisten. Dass er 90% seiner Einnahmen für wohltätige Zwecke gespendet hat, ist verbrieft – auch sein bescheidener Lebensstil und sein Desinteresse an Statussymbolen. Dass für ihn wohl noch immer genügend übrig bleibt, schmälert kaum die Tatsache, dass seine Grosszügigkeit nicht so schnell übertroffen wird. Und natürlich hat er sexualethisch konservative Positionen – ein evangelikaler Hardliner ist er aber sicher nicht, im Gegenteil: Wer sein Engagement in Uganda verfolgt, kann feststellen, dass er sich entschieden gegen die dortigen Anti-Gay-Gesetze eingesetzt (und sich damit mancherorts unbeliebt gemacht) hat. Und noch zum Determinismus: Auch hier vertritt er moderate Positionen, die sich problemlos mit Luther, Zwingli und Co. decken lassen. Ich halte eine solche Theologie zwar auch für fatal, aber hier im Namen reformierter Aufgeklärtheit eine neue Orthodoxie etablieren zu wollen, widerspricht meinen Intuitionen genauso…

    2. Aber eine ermutigende Ankündigung doch noch: Wir planen, in einer der nächsten Staffeln von Ausgeglaubt auch theologische Klassiker zu besprechen – da hat dann auch Lauster und Co. eine Chance. Unter die Bestseller schaffen es kulturprotestantische oder auch Liberal-theologische Bücher leider meistens nicht…;-)

      1. Steffi Lüdke

        Nachdem wir 2018 als Familie selbst fast 2 Monate in die Saddleback – Gemeinde(n) reingeschnuppert haben, als wir in Kalifornien waren, war ich sehr gespannt, was ihr zu Rick Warren und seinem Buch sagen würdet. Was das Buch angeht, teile ich eure Einschätzung im Großen und Ganzen .
        Etwas zusammengezuckt bin ich Anfangs bei eurer etwas spöttischen Beschreibung von Rick Warrens ungesundem Aussehen. Ist euch bewusst, das Rick Warren tatsächlich ein schwer kranker Mann ist, der damit auch sehr offen und ehrlich umgeht und auch seine damit verbundene Schwäche damit sehr offen kommuniziert? Mit dem Wissen im Hintergrund hört man auch manche seiner Predigten ganz anders.
        Etwas erstaunt war ich auch über eure, meiner Meinung nach ziemlich übertriebene Darstellung des Haupt-Campus à la Disneyland, die ich in keinster Weise teile. Ich empfand alles sehr natürlich, weitläufig, entspannt, die Refinery ist einfach das Jugendhaus mit dem es regelmäßig gemeinsame Hauptgottesdienste gibt. Mir hat auch die Erwähnung gefehlt, dass Saddleback ja eigentlich aus vielen kleinen Gemeinden vor Ort in Südkalifornien besteht, (mit Videoübertragung der Predigt, aber eigenem Rahmenprogramm) die sehr familiär sind und so gar nichts von Megachurch haben. Diese familiäre Atmosphäre ( selbst im großen Hauptgottesdienst spürbar ) macht Saddleback aus.
        Ich bin noch immer tief beeindruckt von Rick Warren und seiner Vision von Kirche und wünschte mir sehr viel mehr Gemeinden wie Saddleback, auch und gerade hier bei uns.
        Danke, dass ihr den Mut hattet, sie so vorzustellen, auch wenn es gerade eine Menge ( teils ja auch sehr berechtigtes) US- Gemeinden- Evangelikalen-Bashing gibt.

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