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Lesedauer: 4 Minuten

Bucket-List gegen die Einsamkeit

Heute oder morgen werden die meisten von uns zuhause ankommen. Mindestens bis Ostern leben wir vor allem in den eigenen vier Wänden. Viele Wohnungen werden für Homeschooling und Homeoffice doppelgenutzt. Das kann anstrengend werden. Und vielleicht haben manche Angst, dass ihnen die Decke auf den Kopf fällt. Andere fürchten sich vor Einsamkeit und geistiger Isolation. Das muss aber nicht so sein! Wir können uns mit den ‚Freunden‘ verbinden, für die wir sonst immer zu wenig Zeit haben. Und vielleicht gelingt es ihnen, unseren Horizont zu weiten und die eigenen vier Wände zu verzaubern … Hier also meine Empfehlungen für Woche 1!

Podcast-Tipps

Natürlich wisst ihr alle längst, wo ihr unsere Podcasts findet. Darum jetzt herzliche Empfehlungen für Nicht-RefLab-Podcasts!

Hotel Matze

Matze Hielscher unterhält sich wöchentlich mit interessanten Personen, von denen wir lernen können und die uns inspirieren. Besonders empfehlen möchte ich die Folge vom 26. Februar mit Kübra Gümüsay. Kübra und Matze unterhalten sich fast 2,5 Stunden darüber, wie es ist fremd zu sein, wie man Freunde findet und Freundschaften pflegt und wie man es schafft, menschliche Ausgrenzungen zu überwinden.

netztheologen

Chris und Roman aus dem Netzwerk „yeet“ sind ein cooles Paar! Der eine Nerd, der andere Theologe, diskutieren sie über digitalen Wandel und seine Bedeutung für den christlichen Glauben. Immer unterhaltsam, manchmal etwas apokalyptisch gruselig. Die neuste Folge geht um Cyborgs und wie wir Menschen zu Co-Schöpfer*innen werden.

Philosophisches Radio

Naja … Eigentlich mag ich keine Radiosendungen als Podcasts … Aber hier mache ich eine Ausnahme: Der letzte Talk mit der blitzgescheiten und sympathischen Christiane Woopen muss man einfach gehört haben! Sie ist Medizinethikerin und Vorsitzende des Europäischen Ethikrates und sagt kluge und schöne Dinge über die Chancen, die unsere Gesellschaft angesichts der Corona-Pandemie hat. Aber danach wieder zu ‚richtigen‘ Podcasts wechseln, oke?

Glaube und Klima

Tobias trifft sich mit Menschen aus Kirchen, Theologie und Politik, um herauszufinden, wie Christinnen und Christen mit der Klimakrise umgehen. Deuten sie es als apokalyptisches Vorzeichen oder sehen sie darin eine Aufgabe für die eigene Mitwirkung an der Schöpfung Gottes? Und was macht die Klimakrise mit dem eigenen Glauben? Mein Tipp: Folge 1 mit Sarah Bach.

Glück auf und Halleluja

Gemütlicher Podcast von Thies Friederichs und Bernd Becker. Die zwei machen einfach gute Laune, wenn sie über ihre Leidenschaften, Theologie und Kirchenleben sprechen. Für alle, die jetzt das Gemeindeleben vermissen. Und für Freund*innen schöner Stimmen und lockerflockiger Unterhaltung!

Buch-Tipps

Voilà! – je nach Lust – drei Buchempfehlungen. „Muster“ wird ein neuer Soziologieklassiker, der uns erklärt, wie wir plötzlich in einer digitalen Welt gelandet sind. „New Work“ ist die neue Bibel der Startup-Szene, um Teams nachhaltig zu organisieren. „Der Schwarm“ ist ein Science-Fiction-Thriller mit langanhaltendem Unterhaltungswert.

Muster

von Armin Nassehi

Weshalb sind wir eigentlich zu einer „digitalen Gesellschaft“ geworden? Wer das verstehen will – so Nassehis Überzeugung – muss danach fragen, welches Problem „Digitalisierung“ für unsere Gesellschaft löst. Spoiler: Es geht um die funktionale Ausdifferenzierung der Gesellschaft selbst! In der Vormoderne war die Gesellschaft durch eine Ständeordnung strukturiert. Man hatte – je nach Familie, Beruf und Geschlecht – seinen Ort. Jetzt operieren gesellschaftliche Bereiche nach ihnen eigenen Regeln, sogenannten Codierungen. Die Metasprache dieser verschiedenen Bereiche sind Daten. Sie gewährleisten innerhalb und über die Gesellschaftsbereiche Wirtschaft, Recht, Religion etc. hinaus,  Kommunikation. Daten sind die Sprache, mittels derer Dinge mitgeteilt werden können und Digitalisierung ist die Technik, welche die Selbstintegration der Gesellschaft ermöglicht.

Ein unterhaltsam verfasstes Sachbuch, das eine neue Perspektive auf unsere Gesellschaft bietet!

New Work needs Inner Work

von Joana Breidenbach und Bettina Rollow

Moderne Unternehmen wollen selbstorganisiert sein. An die Stelle von Hierarchien treten Selbstverantwortung, geklärte Arbeitsabläufe und Kommunikationsstrukturen. Damit das nicht in einer heillosen Überforderung der Mitarbeiter*innen endet, braucht es „innere Arbeit“: Welche Bedürfnisse habe ich? Was interessiert mich? Was möchte ich ins Team einbringen? Diese „innere Arbeit“ ist der Schlüssel für eine Betriebskultur, innerhalb derer Herausforderungen dialogisch, gleichberechtigt und mündig gelöst werden können.

Ist im Moment in der Startup-Szene „The next Level Shit“ und wird in ein paar Jahren auch in etablierten Betrieben, Schulen und Behörden ankommen.

Der Schwarm

von Frank Schätzing

In diesem düsteren Science-Fiction-Roman tritt an verschiedenen Orten Verhalten von Tieren auf. Schiffe kentern, Hänge werden destabilisiert. Umweltkatastrophen häufen sich. Es zeichnet sich ab, dass diese ganzen Ereignisse Handlungen einer unbekannten Intelligenz sind, die in den Meerestiefen lebt. Die apokalyptische Szenerie lässt dabei Vereinfachungen zu, die komplexe Abläufe und Entscheidungen auf handelnde Charaktere verdichtet und diese unserem moralischen Urteil aussetzt. „Der Schwarm“ ist ebenfalls als Hörbuch erschienen und bietet 38 Stunden Unterhaltung!

Super für all jene, die Badeurlaub gebucht haben und jetzt traurig sind. Ans Meer willst du danach nicht so schnell …

Und sonst?

Einfach mal abschalten und durchatmen. Allen, die das alleine noch nicht schaffen, hilft Deborah gerne weiter!

Lieber Gruss aus dem RefLab-Homeoffice!

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2 Kommentare zu „Bucket-List gegen die Einsamkeit“

  1. Anita Ochsner

    Yep wir sind in der Isolation angekommen. Begleiten der Familienangehörige (Eltern / Kinder) telefonisch brieflich per Mail oder am Arbeitsplatz Menschen mit Beeinträchtigung hinter geschlossener Eingangstür und Masken..
    ja und selbst – tut mir Reflab ganz einfach gut! :-)))
    Scheint die Situation inspiriert Dich Stephan und andere.. um Kontakte zu beschmücken echte Lebendigkeit erleben zu können.
    Einfach Danke! Bereichernd
    In der Hoffnung, dass der Virus nicht durch alle Türen dringt. Bis dahin auf in das Leben… ! Mit dem Frühling

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